Flugzeuge von Tuifly und Air Berlin | Bildquelle: dpa

TUI-Aufsichtsrat für Fusion TUIfly, Niki und der Air-Berlin-Umbau

Stand: 23.11.2016 17:05 Uhr

Im Zuge des Air-Berlin-Umbaus soll ein neuer europäischer Ferienflieger entstehen - mit 20 Flugzeugen der Air-Berlin-Tochter Niki und 40 der TUI-Tochter TUIfly. Der TUI-Aufsichtsrat gab nun grünes Licht für die Pläne, die bei den TUIfly-Mitarbeitern mit Sorge gesehen werden.

Die geplante Ferienfluggesellschaft von TUIfly und des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad kommt voran. Der Aufsichtsrat des Reisekonzerns TUI, zu dem TUIfly bisher gehört, habe grünes Licht für das Gemeinschaftsunternehmen mit der arabischen Etihad gegeben, teilte der TUI-Konzern mit.

Der neue Airline-Verbund soll insgesamt gut 60 Flugzeuge stark werden, 20 von der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki und 40 von TUIfly. Firmensitz soll Wien sein. Von Abflughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus soll ein umfassendes Streckennetz bedient werden. Die TUI AG soll 24,8 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten, Etihad 25 Prozent. Die übrigen 50,2 Prozent würden durch die bestehende Niki-Stiftung gehalten.

Massenhaft Krankmeldungen nach Bekanntwerden der Pläne

Die Behörden müssen den Zusammenschluss noch genehmigen. Zudem sind die Verhandlungen zwischen Air Berlin und Etihad noch nicht abgeschlossen. Der Abschluss aller Verhandlungen werde "für die nächsten Wochen erwartet", teilte die TUI mit.

Ein großer Stolperstein bei den Fusionsplänen ist aus Sicht des Managements die TUIfly-Belegschaft. Mitarbeiter der Airline hatten sich nach Bekanntwerden des Vorhabens im Oktober scharenweise krankgemeldet. Der TUI-Konzern betonte, die gegenüber den TUIfly-Angestellten gemachten Zusagen "haben weiterhin Gültigkeit". Dies betreffe auch die Sicherung des Standorts Hannover. Wegen der massenhaften Krankmeldungen hatte es viele Flugausfälle und Verspätungen gegeben. An einem Tag musste die Airline sogar fast alle Flüge streichen.

Air Berlin will durch Aufspaltung in die Gewinnzone

Auslöser der Neuordnung ist eine Umstrukturierung der defizitären Air Berlin. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte in den vergangenen Jahren einen Rekordverlust nach dem anderen eingeflogen - allein 2015 belief er sich auf fast 450 Millionen Euro. Unter dem Druck von Etihad hatte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler Ende September die Aufspaltung der Fluglinie angekündigt. Kernpunkte dabei: Eine Halbierung der Flotte, der Abbau von 1200 der 8600 Arbeitsplätze und eben die Auslagerung der Touristiksparte. Etihad hält knapp 30 Prozent an Air Berlin.

TUIfly ist derzeit Deutschlands viertgrößte Airline. Sie hat etwa ein Drittel ihrer Flotte an Air Berlin vermietet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. November 2016 um 15:34 Uhr

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