Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: REUTERS

Verfall der türkischen Lira Erdogan ruft zum Währungsumtausch auf

Stand: 10.08.2018 16:35 Uhr

Nach den neuen US-Zöllen verliert die türkische Lira weiter dramatisch an Wert. Kurz zuvor hatte der türkische Präsident erneut zum Währungsumtausch aufgerufen und von einem "Wirtschaftskrieg" gesprochen.

Angesichts der Krise der türkischen Landeswährung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Westen für den Kursverfall verantwortlich gemacht und die Bevölkerung erneut aufgerufen, ausländisches Geld in die Landeswährung umzutauschen.

Wieder sprach er von einem "Wirtschaftskrieg". "Tauscht die Euro, tauscht die Dollar und das Gold, das ihr unter euren Kopfkissen habt, in unseren Banken in Lira. Das ist ein nationaler Kampf", sagte er. Ausländer versuchten, der Türkei Schaden zuzufügen, so Erdogan. Solidarität werde die wichtigste Reaktion darauf sein.

Absturz der türkischen Lira
tagesthemen 22:00 Uhr, 10.08.2018, Natalie Amiri, ARD Istanbul

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Weiterer Werteverlust nach neuen US-Sanktionen

Kurz darauf sackte der Kurs der Lira angesichts neuer US-Sanktionen dramatisch ab. Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verdopplung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verkündete, notierte die Lira bei 6,62 zum Dollar - ein Wertverlust von 19 Prozent.

Bereits zuvor war die türkische Währung angesichts von Sorgen über Erdogans Wirtschaftspolitik sowie des Streits mit den USA auf ein Allzeittief gesunken. Gegenüber dem Euro hat die Lira seit Januar mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Streit über US-Pastor

Derzeit spitzt sich der Streit zwischen Washington und Ankara über den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson zu. Bei hochrangigen Gesprächen hatten beide Länder in den vergangenen Tagen über sein Schicksal verhandelt, ohne zu einer Lösung zu kommen. Die US-Regierung hatte Sanktionen gegen zwei türkische Minister erhoben und gewarnt, sie könnte möglicherweise weitere Maßnahmen ergreifen.

Schon am Donnerstag hatte Erdogan den Währungsverfall als eine "Kampagne" bezeichnet, um der Türkei zu schaden. Auch bei der Vorstellung seines 100-Tage-Programms am 3. August hatte er von einem "Wirtschaftskrieg" gesprochen und seine Landsleute aufgefordert, Devisen in türkische Lira zu tauschen. "Zeigen Sie der ganzen Welt damit unseren nationalen Widerstand", hatte er gefordert.

Erdogan warnt Washington
Karin Senz, ARD Istanbul
11.08.2018 07:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. August 2018 um 15:00 Uhr.

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