US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump steht vor einer Wand aus recyceltem Aluminium

Trumps Pläne für die US-Wirtschaftspolitik Zurück zum Stahl

Stand: 01.03.2018 19:24 Uhr

Der künftige Präsidentschaftskandidat Trump hat klargemacht, welche Wirtschaftspolitik er sich vorstellt: Mehr Jobs durch Stahl und Aluminium und weniger Abhängigkeit vom Ausland. Sein Ziel: die Stimmen der Arbeiter.

Von Torsten Teichmann, zzt. ARD-Studio Washington

Freihandelsabkommen, Unternehmer, die ihre Produktion ins Ausland verlagern und eine verfehlte Wirtschaftspolitik mit wachsendem Handelsdefizit haben laut Donald Trump Millionen Arbeitsplätze in den USA vernichtet. "Im Ergebnis sind wir abhängiger vom Ausland als jemals zuvor", sagte er in einer Rede in Pennsylvania. "Es ist an der Zeit, wieder unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erklären."

Allerdings musste der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner gleich zu Beginn seiner Rede einräumen, dass er als erfolgreicher Geschäftsmann bisher von der Entwicklung profitiert hat. Die Globalisierung habe die finanzielle Elite sehr, sehr reich gemacht. "Ich muss gestehen, ich war einer von denen", sagte Trump. Aber Millionen Arbeitern sei nichts als Armut und Schmerzen geblieben.

Stahl und Aluminium als Rückgrat der Wirtschaft

Der Politiker Trump - nicht der Geschäftsmann - sprach in einer Fabrikhalle in Pennsylvania. Und er hielt seine Rede zur Wirtschaftspolitik, als richte er sich an die Verlierer der Globalisierung. Vor einer Wand aus recycelten Aluminiumdosen versprach er einen Kurswechsel und Tausende Jobs. "Amerikanischer Stahl und Aluminium werden wieder Teil des Rückgrats unserer Wirtschaft." Das schaffe gut bezahlte Jobs, keine schlechten wie "das, was wir heute haben".

Arbeiter in einer Fabrikhalle beim Schweißen
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Trump will den amerikanischen Stahl wieder groß machen

Tatsächlich sind in den vergangenen 20 Jahren Millionen Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe der Vereinigten Staaten verloren gegangen. Zudem warnen Organisationen wie der Internationale Währungsfonds vor Armut in den USA. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte vergangene Woche, 15 Prozent der amerikanischen Bevölkerung lebten in Armut, insgesamt 46,7 Millionen Menschen. Das alles trägt zu einem Gefühl von großer Unsicherheit in der Mittelschicht bei.

Trump bedient diese Stimmung: Der Republikaner wirft seiner künftigen Kontrahentin Hillary Clinton vor, nicht im Interesse der US-Wirtschaft gehandelt zu haben: "Als Außenministerin blieb Hillary Clinton stumm, als China seine Währung manipulierte, als China eine weitere Billion zu unserem Handelsdefizit addierte und Patente im Wert von einigen hundert Milliarden US-Dollar klaute."

Handel mit Mexiko und Kanada neu denken

Trump versprach auch, das nordamerikanische Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada neu verhandeln zu wollen. Wenn diese Länder den Neuverhandlungen nicht zustimmten, werde er vorschlagen, dass Amerika aus dem Vertrag aussteigt.

Trump richtete sich in seiner Rede an Arbeiter in für ihn wichtigen Bundesstaaten, sogenannten Swing States, wie Ohio und eben Pennsylvania. Wie Jobs in anderen Branchen geschaffen werden können, beispielsweise im Silicon Valley, in der Forschung oder im Bildungssektor, war deshalb nicht sein Thema.

Trump und sein wirtschaftliches Konzept für die USA
T. Teichmann, ARD Tel Aviv, zzt. Washington
29.06.2016 10:51 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 29. Juni 2016 um 05:21 Uhr im Deutschlandfunk.

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