Donald Trump | Bildquelle: AP

Streit wegen Überkapazitäten Trump macht Druck beim Stahl

Stand: 30.06.2017 01:26 Uhr

Beim Thema Stahl droht auf dem G20-Gipfel eine Konfrontation: US-Präsident Trump will die Überkapazitäten auf dem Weltmarkt offensiv ansprechen - und von den anderen Staaten Maßnahmen einfordern. Die Bundesregierung sieht mögliche Strafzölle mit Sorge.

Wenige Tage vor dem G20-Gipfel legt US-Präsident Donald Trump einem Berater zufolge im internationalen Stahlstreit eine härtere Gangart ein. Der Präsident werde von der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer die Verringerung von Überkapazitäten verlangen, sagte Trumps Chef-Wirtschaftsberater Gary Cohn. Konkrete Schritte werde der Präsident auch fordern, um Verzerrungen im Welt-Stahlmarkt zu reduzieren. Grundlage dafür werde eine Bewertung des US-Handelsministeriums sein, die derzeit in der letzten Entwurfsphase sei.

Trump wird zum G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein klares Signal für Freihandel angekündigt.

Trump will hingegen die heimische Stahlbranche stärken und geht mit Strafzöllen unter anderem schon gegen die Salzgitter AG und die Dillinger Hütte vor. US-Handelsminister Wilbur Ross kündigte am Dienstag einen 1600 Seiten umfassenden Bericht mit Empfehlungen zum Schutz der heimischen Industrie an.

Ein Mitarbeiter in Schutzkleidung arbeitet im Stahlwerk der Salzgitter AG. | Bildquelle: dpa
galerie

Die Salzgitter AG leidet jetzt schon unter US-Strafzöllen.

Zypries: "Erhebliche Bedenken"

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hatte die USA erst am Donnerstag vor Strafzöllen auf Stahlimporte aus der EU gewarnt. Man sehe mit Sorge, dass die USA dies derzeit prüften. Deutschland habe "erhebliche Bedenken" gegen solche Überlegungen, fügte die Sozialdemokratin hinzu.

Die Stahl-Überkapazitäten beträfen europäische wie auch amerikanische Unternehmen gleichermaßen, sagte Zypries weiter. Abschottung sei die falsche Antwort, denn das helfe niemandem, und am wenigsten den USA.

Darstellung: