Donald Trump | Bildquelle: AP

"Unfaire" Praktiken Trump heizt Handelsstreit mit China an

Stand: 14.08.2017 11:26 Uhr

Im Wahlkampf hatte er es angekündigt, nun macht er ernst: US-Präsident Trump will Chinas Handelspraktiken untersuchen lassen - und droht so mitten im Nordkorea-Konflikt, Peking zu verärgern. Eine chinesische Zeitung warnt bereits vor einem Handelskrieg.

US-Präsident Donald Trump will heute offiziell eine Untersuchung von Chinas Handelspraktiken einleiten. Nach Medienberichten soll es vor allem um Vorwürfe massiven Diebstahls geistigen Eigentums gehen. Im Anschluss könnten Strafmaßnahmen verhängt werden. Es wird spekuliert, der US-Präsident wolle mit diesem Schritt Druck auf China ausüben, um eine stärkere Zusammenarbeit beim Nordkorea-Konflikt zu erzwingen.

Allerdings geht Trump mit seiner Ankündigung das Risiko ein, Peking zu verärgern - zumal so kurz, nachdem China den Sanktionsbeschluss im UN-Sicherheitsrat mitgetragen und ihn dadurch ermöglicht hatte. Peking spielt hier eine große Rolle: Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Handels fließen über den großen Nachbarn.

Mit der Ankündigung eines Importstopps unter anderem für Eisen und Meeresfrüchte aus Nordkorea hat sich China heute an die Umsetzung der Sanktionen gemacht. Ob dies an Trumps Haltung etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Die Vorwürfe: gefälschte Waren und Industriespionage

Die staatliche Zeitung "China Daily" warnte bereits, Trumps Untersuchung könnte einen Handelskrieg auslösen. Verfasst hatte den Kommentar ein Mitarbeiter des chinesischen Wirtschaftsministeriums. Der US-Präsident würde damit "Spannungen intensivieren", schrieb er.

Trump hatte bereits im Wahlkampf Maßnahmen gegen die von ihm als "unfair" angeprangerten chinesischen Handelspraktiken angekündigt. Die USA schätzen nach Angaben von NBC News die Verluste für die US-Wirtschaft durch gefälschte Waren, Software-Piraterie und Industriespionage auf jährlich mehr als 255 Milliarden Dollar (rund 216 Milliarden Euro).

Zwar hatte China den jüngsten Sanktionen zugestimmt und damit Bereitschaft signalisiert, Druck auf Nordkorea auszuüben. Der Handel an der nordkoreanisch-chinesischen Grenze läuft bisher jedoch trotzdem weiter.

Wirtschaftsbeziehungen China-Nordkorea: Handel läuft trotz Sanktionen
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
14.08.2017 09:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. August 2017 um 11:30 Uhr.

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