Justin Trudeau im EU-Parlament | Bildquelle: REUTERS

Trudeau im EU-Parlament Der Mutmacher

Stand: 16.02.2017 16:04 Uhr

Eine gefeierte Rede in schwierigen Zeiten: Kanadas Premier Trudeau hat vor dem EU-Parlament die Partnerschaft mit Europa hervorgehoben. Das CETA-Abkommen sei ein "Meilenstein". Wichtig sei, in der globalisierten Welt enger zusammenzurücken.

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Mit der Zuversicht und der rhetorischen Wucht des jungen John F. Kennedy trat Kanadas Premier Justin Trudeau vor dem EU-Parlament in Straßburg auf. Das Ja des EU-Parlaments zu CETA sei erst der Anfang. Für Kanada und die Europäische Union komme das Beste noch, prophezeite Trudeau in seiner abwechselnd auf Englisch und Französisch vorgetragenen Rede, die bei einigen EU-Parlamentariern die Sehnsucht nach einem ähnlich charismatischen EU-Präsidenten auslöste.

Trudeau kombinierte seine optimistische Zukunftsvision der kanadisch-europäischen Handelskooperation in einer globalisierten Welt mit klaren Worten über den schwierigen CETA-Verhandlungsprozess. Jeder im EU-Parlament wisse, dass die 2009 begonnenen Verhandlungen nicht einfach gewesen seien. Wie bei einem Handelsvertrag dieser Größenordnung nicht anders zu erwarten, habe es viel Vor und Zurück gegeben. Und intensive Diskussionen und Verhandlungen in Kanada und Europa. Die Verhandlungen seien langwierig gewesen, sagte Trudeau.

Sie standen sogar kurz vor dem Abbruch, als der Ministerpräsident der Wallonie, Paul Magnette, im Oktober vergangenen Jahres mit einem Veto drohte und Trudeaus Handelsministerin Chrystia Freeland daraufhin unter Tränen mit ihrer Abreise.

Kanadas Premier Trudeau vor dem Europaparlament
tagesschau 17:00 Uhr, 16.02.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Freude über "ehrgeiziges Abkommen"

Es sei durch den intensiven Diskussionsprozess jedoch gelungen, ein "ehrgeiziges Abkommen" zu schließen, unterstrich Trudeau: "Wir können nicht genug betonen, wie wichtig es war, diesen Vertrag unter Dach und Fach zu bekommen."

Der kanadische Premier bezeichnete CETA als einen Meilenstein und als eine Blaupause für weitere Verträge. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Vertrag funktioniere. Trudeau spielte damit unter anderem auf den Abstimmungsmarathon an, der dem Vertrag in 41 nationalen und regionalen Parlamenten der EU in den nächsten Jahren bevorsteht.

Nach Angaben der EU-Kommission entfallen in den kommenden Jahren 99 Prozent der Zölle zwischen der EU und Kanada. CETA nutze jedem, betonte Kanadas Premier in Straßburg. Und nannte gleich ein lebenspraktisches Beispiel aus kanadischer Produktion: Die herrlichen kanadischen Winterstiefel aus Mannitoba würden durch CETA für europäische Käufer deutlich billiger. Durch CETA entfällt nämlich der EU-Zoll von 17 Prozent. "Vorausgesetzt, Sie wollen diese wirklichen schönen Winterstiefel", warb Trudeau mit dem ihm eigenen Charme.

Arbeitnehmerrechte stärken

In der anschließenden Pressekonferenz betonte er, gerichtet an die Adresse von Donald Trump und der Freihandelsgegner in der EU: Man befinde sich in einer globalisierten Welt. In dieser globalisierten Welt müssten Regierungen besser zusammenarbeiten, um Arbeitnehmerrechte und Klimaschutz zu stärken. Und um der Mittelschicht und kleinen und mittleren Unternehmen neue wirtschaftliche Perspektiven zu eröffnen.

Wenn die Europäische Union und Kanada mit allen ihren kulturellen Gemeinsamkeiten und Wertvorstellungen nicht intensiver zusammenarbeiten - wer soll es denn dann können, betonte Trudeau.

Trudeau vor EU-Parlament
Ralph Sina, ARD Brüssel
16.02.2017 16:11 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Korrespondent

Darstellung: