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[Bildunterschrift: Transrapid-Modell am Franz-Josef-Strauß-Flughafen. Es wird beim Modell bleiben, die Strecke in die Münchner Innenstadt wird nicht gebaut. ]
Die in München geplante Transrapid-Strecke wird wegen zu hoher Kosten nicht gebaut. Das Projekt sei "gescheitert", sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein und Siemens-Chef Peter Löscher in Berlin.
Neuere Berechnungen hätten ergeben, dass der bisher vorgesehene Kostenrahmen von 1,85 Milliarden Euro deutlich überstiegen werde. Die Industrie habe in dem Gespräch von Kosten deutlich über drei Milliarden Euro, genauer 3,2 Milliarden Euro bis 3,4 Milliarden Euro gesprochen, sagte Tiefensee. Der Bund sei jedoch nicht bereit, den vorgesehenen Finanzierungsanteil aufzustocken. Der Bund hatte sich bisher bereiterklärt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, maximal aber 925 Millionen Euro. Das Land Bayern wollte maximal 500 Millionen Euro beisteuern.
[Bildunterschrift: Setzt auf Strecken in anderen Ländern: Verkehrsminister Tiefensee ]
Verkehrsminister Tiefensee sieht jedoch weiter Chancen für die Transrapid-Technologie. Eine Realisierung in anderen Ländern halte er für möglich, sagte der Minister. Er begrüßte die Versicherung der Industrievertreter, die Transrapid-Technologie weiterzuentwickeln. Das sieht auch der Münchener Siemens-Konzern so, der den Transrapid federführend mit ThyssenKrupp baut.
Die Magnetschwebebahn-Technologie ist eine Leuchtturmtechnologie Deutschlands", sagte Siemens-Chef Löscher. Die deutsche Industrie werde sich weiterhin um Absatzmärkte für den Transrapid außerhalb Chinas bemühen. Dort ist bisher die einzige Strecke realisiert worden. Löscher nannte als weitere Interessenten unter anderem Katar und die USA.
Experten hatten nicht mit einem Aus des Transrapids in München gerechnet. "Die Nachricht kam für mich genauso überraschend wie für Sie", so Professor Rainer Schach vom Institut für Baubetriebswesen der TU Dresden, das regelmäßig Fachtagungen zum Thema Transrapid veranstaltet. Nach der Entscheidung gegen die Strecke in München steht die Technik nach seiner Einschätzung in Deutschland vor dem kompletten Aus. "Die Patente werden nach China gehen", so Schach. Voraussetzung dafür, die Technik in Deutschland weiterzuentwicklen, wäre eine Referenzstrecke gewesen, so Schach im Gespräch mit tagesschau.de.
Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßte das Aus für den Müchner Transrapid. Er sei ein reines Technologieprojekt gewesen, das verkehrspolitisch keinen Sinn gemacht hätte. Für ein solches Verkehrsmittel sei in Europa mit seinem dichten Bahnnetz kein Platz, meint VCD-Verkehrsreferentin Heidi Tischmann. Die 925 Millionen Euro, die der Bund beisteuern wollte, seien im bestehenden Schienennetz der Bahn besser investiert, so Tischmann zu tagesschau.de.
Gegen den Transrapid hatte sich am Bauplatz München - unter anderem wegen der Kosten - ein breiter Protest in der Bevölkerung formiert (siehe Video). Ein Volksbegehren gegen das Projekt war vom bayerischen Innenministerium Anfang Januar gestoppt worden.
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