Passanten vor einer Toys R Us-Filiale | Bildquelle: REUTERS

Spielwarenhändler Toys R Us Alle US-Filialen vor dem Aus

Stand: 15.03.2018 14:40 Uhr

Seit Jahren kämpft die Spielwarenkette Toys R Us mit Milliardenschulden. Ein Käufer ist nicht in Sicht. Nun sollen alle Filialen in den USA abgewickelt werden. In Deutschland bleiben die Geschäfte geöffnet - vorerst.

Der Spielwarenhändler Toys R Us will mehr als 700 Filialen in den USA schließen oder verkaufen. Konzernchef Dave Brandon sprach von einem traurigen Tag.

Es sei nicht gelungen, einen Käufer zu finden, teilte das Unternehmen mit. Auch eine Einigung mit den Gläubigern zur Umschuldung sei gescheitert. Laut "Washington Post" sind etwa 33.000 Arbeitsplätze betroffen. Das Unternehmen solle nicht auf einen Schlag abgewickelt werden, sondern in mehreren Schritten.

Die Agentur AP berichtet unter Berufung auf einen Branchenkenner, Firmenchef Brandon habe die Mitarbeiter in einer Telefonschalte informiert. Demnach solle er mitgeteilt haben, dass nach der Abwicklung noch einige US-Filialen über die Firmensparte in Kanada weiter betrieben werden könnten.

Geschäfte in Deutschland weiter geöffnet

Für Europa sieht es nach Unternehmensangaben regional besser aus. Die Landesgesellschaften blieben trotz der Insolvenz in den USA bestehen, teilte die Toys R Us-GmbH mit Sitz in Köln mit. Die Restrukturierung und die Investorensuche würden vorangetrieben. Die Filialen und Onlineshops blieben weiterhin geöffnet. Allerdings hatte das Unternehmen gestern angekündigt, alle Geschäfte in Großbritannien herunterzufahren.

Spielwarenladen Toys R Us in New York | Bildquelle: REUTERS
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Aufgrund des wachsenden Online-Handels blieben bei Toys die Kunden weg.

Milliardenschulden und kein Käufer in Sicht

Toys R Us ist in Milliardenhöhe verschuldet und bemüht sich schon länger erfolglos um einen Käufer. Im September 2017, kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, hatte Toys R Us in den USA bereits Gläubigerschutz beantragt und 180 Filialen aufgegeben.

Der Spielwarenhändler kämpft mit der Konkurrenz des Onlinehandels. Das größte Problem waren massive Schulden, seit die Beteiligungskapitalfirmen Bain Capital, KKR & Co. und Vornado Realty Trust 2005 das Unternehmen privatisierten. Geplant war, den Konzern wieder an die Börse zu bringen - dies gelang aber wegen schwacher Absätze nicht. Dadurch fehlten die finanziellen Mittel, um sich neu auszurichten.

Toys R Us beschäftigt weltweit mehr als 60.000 Vollzeit- und Teilzeitangestellte.

Alle US-Filialen von Spielwarenhändler "Toys R Us" vor dem Aus
Marc Hoffmann, ARD Washington
15.03.2018 12:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. März 2018 um 04:00 Uhr.

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