Leere Liegen stehen am 19.07.2016 in Lara Beach in Antalya | Bildquelle: dpa

Reiseziele in der Krise Schwere Zeiten für Antalya

Stand: 21.07.2017 16:04 Uhr

Schon 2016 machten deutsche Touristen einen Bogen um die Türkei. Durch die jüngsten Querelen und die Sicherheitshinweise dürfte dieser Trend in diesem Jahr anhalten. Dafür können sich andere Krisenländer über mehr deutsche Reisende freuen.

Von Julian Heißler, tagesschau.de

Auf dem Papier spricht vieles für einen Urlaub in der Türkei: malerische Strände, freundliche Menschen, günstige Preise. Und in der jüngeren Vergangenheit kam noch ein weiterer Vorteil hinzu - auch wenn der die türkische Tourismusindustrie nicht gerade in Jubelstimmung versetzen dürfte: Ziemlich leere Anlagen.

Kein Gedrängel am Buffet, kein Kampf um die guten Plätze auf der Terrasse. Und der Gast wird es kaum nötig haben, noch vor dem Frühstück die besten Liegen am Pool zu reservieren. Denn die Zahl der deutschen Besucher in der Türkei ist im vergangenen Jahr massiv eingebrochen.

Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Türkei
tagesschau 14:00 Uhr, 21.07.2017, Eva Lodde, ARD Berlin

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Türkei bleibt fünftbeliebtestes Reiseziel

Vor zwei Jahren verbrachten dort noch 5,6 Millionen Deutsche ihren Urlaub. Doch im Putsch-Jahr 2016 brach die Zahl der deutschen Türkei-Urlauber fast um ein Viertel ein. 2017 wurden zwar die Last-Minute-Angebote über die Feiertage im Frühjahr gut angenommen, die langfristigen Buchungen lagen zu Jahresbeginn jedoch noch unter den Niveau des schwachen Jahres 2016.  

Trotzdem gingen Schätzungen davon aus, dass in diesem Sommer wieder etwas mehr Deutsche in die Türkei reisen würden. Bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter TUI rangiert das Land auf Platz fünf der am häufigsten gebuchten Ziele für die Sommerferien, so eine Unternehmenssprecherin zu tagesschau.de. Doch das war bevor das Auswärtige Amt die Sicherheitshinweise für das Land verschärfte.

Der leere Strand Konyaalti in Antalya, aufgenommen am 22.06.2016 | Bildquelle: dpa
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Der leere Strand Konyaalti in Antalya

Großer Wert auf Sicherheit

Dies könnte den deutschen Tourismus in die Türkei jetzt weiter belasten. Für die türkische Tourismuswirtschaft sind das schlechte Nachrichten. Bereits im vergangenen Jahr litten die Hotelliers unter den ausbleibenden deutschen Reisenden. Damals retteten russische Touristen die Statistik.

Ob in diesem Jahr tatsächlich wieder mehr Deutsche in die Türkei reisen, ist offen. Denn deutsche Reisende legen großen Wert auf Sicherheit. "Wir haben im letzten Jahr gesehen, dass Krisen und die politische Situation in einigen Ländern teilweise erhebliche Auswirkungen auf das Reiseverhalten der deutschen Urlauber hatten", so Ellen Madeker, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands, zu tagesschau.de. Sicherheitsbedenken wirkten sich demnach auf die Wahl der Urlaubsdestination aus, Urlaubsströme verlagerten sich entsprechend.

Für die Türkei, die in der jüngeren Vergangenheit nicht nur von einem Putschversuch, sondern auch von mehreren Terroranschlägen erschüttert wurde, bedeutet das nichts Gutes. Dafür profitieren andere Länder im östlichen Mittelmeerraum, die als poltisch stabiler und sicherer wahrgenommen werden.

Michael Stempfle, ARD Berlin, mit einer Einschätzung
tagesschau 12:00 Uhr, 21.07.2017

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Griechenland im Aufwind

So konnten sich Länder wie Bulgarien, Kroatien, Zypern oder Malta im vergangenen Jahr über spürbar mehr deutsche Touristen freuen. Auch das krisengeschüttelte Griechenland erlebte ein Comeback. Im vergangenen Jahr reisten 18 Prozent mehr deutsche Touristen dorthin als noch 2015, so eine Auswertung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR).

Auch in diesem Jahr zeichnet sich ab, dass diese Länder von der Schwäche der Türkei profitieren. Die Fremdenverkehrsämter schätzen, dass in diesem Jahr 3,5 Millionen Deutsche nach Griechenland reisen werden - und damit noch einmal 400.000 mehr als 2016. Bei den Kunden der TUI ist Hellas in diesem Sommer das zweitbeliebteste Reiseziel - vor allem die Inseln Kreta, Kos und Rhodos. Auch die Länder Kroatien, Malta und Zypern dürfen sich auf mehr Handtücher auf Sonnenliegen einstellen.

Tunesien legt wieder zu

Die gute Nachricht für die türkische Tourismusindustrie ist jedoch, dass sich die Stimmung der Deutschen schnell wieder ändern kann. So kann sich eine Region in diesem Jahr über spürbare Zuwächse freuen, um die Reisende aus Deutschland in den vergangenen Jahren eher einen Bogen gemacht haben: Nordafrika.

Nach dem Arabischen Frühling brachen die Zahlen hier spürbar ein. Beispiel Tunesien: Mehr als 450.000 Deutsche reisten noch 2010 in das nordafrikanische Land, doch nach dem Umsturz in Tunis ging diese Zahl deutlich nach unten. Im vergangenen Jahr verbrachten gerade einmal 130.000 Deutsche ihren Urlaub in den Maghreb-Staat. Kein Wunder: Schließlich hatte ein gezielter Anschlag auf Touristen im Sommer 2015 am Strand von Sousse 39 Menschen das Leben gekostet. Doch in diesem Jahr ziehen die Buchungen wieder an.

Strand in Sousse, Tunesien | Bildquelle: REUTERS
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Könnte demnächst wieder belebter sein: Der Strand von Sousse in Tunesien.

Ägypten vor Comeback

Aufwärts geht es auch in Ägypten. Nach Anschlägen und politischen Unruhen hatten die Deutschen im vergangenen Jahr das Land noch gemieden. Nur noch rund 650.000 deutsche Urlauber waren in das Land gereist - gerade einmal halb so viele wie im Jahr 2010, vor dem Arabischen Frühling.

Doch auch Ägypten steht vor einem Comeback. Kein anderes Land erzielte für diese Sommersaison eine höhere prozentuale Steigerung bei der Anzahl der Buchungen, teilt der Deutsche Reiseverband mit. Daran änderte bisher auch der Anschlag in Hurghada in der vergangenen Woche nichts. Zwei deutsche Frauen kamen ums Leben, nachdem ein Attentäter an einem Hotel-Strand auf sie eingestochen hatte. Dennoch ging bei den Reiseveranstaltern bisher keine Stornierungswelle ein.

Mallorca bleibt vorne

Dennoch bleibt Sicherheit ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Urlaubsorts. Entsprechend boomt auch in diesem Jahr vor allem das Land, das wie kein anderes auf die teutonischen Reisemassen eingestellt ist: Spanien.

Stolze 11,5 Millionen Deutsche machten sich im vergangenen Jahr auf nach Spanien - der Großteil auf die Balearen. Fast jeder zweite deutsche Urlauber, der diesen Sommer mit dem Reisekonzern TUI nach Spanien abfliegt, landet auf Mallorca. Hinzu kommt, dass Fernreisen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die USA und Kanada finden sich ebenfalls in den Top Ten der Sommerreiseziele des Konzerns.

Insgesamt schwaches Reisejahr

Trotzdem: So richtig in Reisestimmung scheinen die Deutschen in diesem Jahr noch nicht zu sein. Zwar liegen die Buchungen in den deutschen Reisebüros in diesem Jahr insgesamt drei Prozent über dem Niveau der Urlaubssaison im vergangenen Jahr, die war jedoch ebenfalls eine der schwächeren.

Laut Marktforschungsinstitut GfK ist die schwache Nachfrage bei den Türkei-Urlauben dafür mitverantwortlich. Der heftige Buchungseinbruch im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2015 reißt auch ein Loch in die Bilanzen der Reiseveranstalter. Diese Lücke könnten Griechenland und Ägypten trotz ihrer Wachstumsraten nicht auffüllen. Die schweren Zeiten für Antalya treffen also nicht nur die türkischen Hotelliers, sondern auch die deutschen Reiseveranstalter.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2017 um 14:00 Uhr und um 16:00 Uhr.

Autor

Julian Heißler Logo tagesschau.de

Julian Heißler, tagesschau.de

@pjheissler bei Twitter
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