Ein Paar schießt in Palma de Mallorca ein Foto, im Hintergrund zwei Kreuzfahrtschiffe. | Bildquelle: AFP

Urlaub auf den Balearen Mallorca bittet zur Kasse

Stand: 31.08.2017 21:26 Uhr

Mallorca ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Allerdings dürfte der neueste Beschluss der Balearen-Regierung vielen die Reiselaune verhageln: Ab 2018 will sie die Tourismusabgabe auf Übernachtungen verdoppeln.

Wer seinen Urlaub künftig auf Mallorca oder einer anderen Baleareninsel verbringen möchte, muss für seinen Aufenthalt mehr zahlen. Die Regierung der Balearen hat beschlossen, die Tourismusabgabe, die 2016 eingeführt wurde, ab dem kommenden Jahr zu verdoppeln.

Vier bzw. ein Euro pro Nacht und Kopf

Bislang müssen Besucher, die in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachten, pro Nacht und Kopf zwei Euro zahlen. In günstigeren Unterkünften fallen derzeit 50 Cent an. Außerhalb der Hauptsaison, also in den Monaten von November bis April, wird der Betrag halbiert.

Künftig sollen es in den Luxus-Hotels vier Euro pro Nacht und anderswo ein Euro für jede Übernachtung werden. Zudem sollen auch Kreuzfahrttouristen in jedem Fall belangt werden. Noch müssen sie keine Abgabe zahlen, solange ihr Aufenthalt auf einer der Inseln nicht länger als zwölf Stunden dauert.

Mithilfe des zusätzlichen Geldes in der Haushaltskasse sollen laut Tourismusminister Biel Barceló nachhaltige Projekte gefördert werden, die die Folgen des Tourismusgeschäfts für die Umwelt der Balearen abmildern. Der Minister rechnet mit Mehreinnahmen von insgesamt 120 Millionen Euro. Einen Rückgang der Besucherzahlen befürchtet Barceló nicht, der sei nach der Einführung der sogenannten Ecotasa im vergangenen Jahr auch nicht eingetreten.

Hotelierverband: "Abgabe bringt nichts"

Da sehen Hoteliers und Reiseveranstalter ganz anders. Die Anhebung der Tourismusabgabe sei "schändlich und übereilt", kritisierte Immaculada Benito, Präsidentin des Hotelierverbands auf Mallorca. Es sei eine "miserable Entscheidung" der Regierung. Aus ihrer Sicht habe die Abgabe bislang nichts gebracht, "weder im sozialen Bereich, noch im touristischen Angebot".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. August 2017 um 16:45 Uhr.

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