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Für 39 Milliarden US-Dollar verkauft die Deutsche Telekom ihren Handyprovider T-Mobile USA an AT&T. Der US-Telekomkonzern wolle 25 Milliarden Dollar in bar zahlen, teilte die Telekom in einer Pflichtveröffentlichung mit. Der Rest werde in AT&T-Aktien entrichtet. Damit erhalte die Telekom acht Prozent am US-Unternehmen und werde zum größten Minderheitsaktionär des amerikanischen Konzerns.
[Bildunterschrift: AT&T zahlt insgesamt knapp 40 Milliarden Dollar für T-Mobile USA. ]
Die Telekom will mit dem Verkaufserlös Schulden reduzieren und in großem Stil eigene Aktien zurückkaufen. Telekom-Chef René Obermann sagte, das Unternehmen werde durch die Beteiligung an AT&T weiter am stark wachsenden Geschäft mit dem mobilen Internet in den USA teilhaben. Die Telekom könne sich nun stärker auf den Ausbau der schnellen Netze in Europa konzentrieren. "Wir haben die beste Lösung für unser Unternehmen, unsere Kunden und unsere Aktionäre gefunden", sagte Obermann. An der Börse legte der Preis für die T-Aktie zwischenzeitlich um mehr als 15 Prozent zu. Sie verbuchte damit das größte prozentuale Plus seit dem Börsengang 1996.
Mit dem Verkauf vollzieht die Telekom eine Kehrtwende in der Strategie für den US-Markt, auf dem der Konzern etwa ein Viertel seines Umsatzes erzielt. Noch im Dezember hatten Telekom-Vorstände beteuert, T-Mobile USA aus eigener Kraft wieder flottmachen zu wollen. Dennoch gab es auch immer wieder Spekulationen - so galt etwa Sprint Nextel als möglicher Käufer.
Die Telekom hatte 2001 die US-Mobilfunkanbieter VoiceStream und Powertel gekauft und sie später in T-Mobile USA umbenannt. Der Kaufpreis, der damals einen Aktientausch und einen Baranteil in Höhe von fünf Milliarden Dollar beinhaltete, wurde beim endgültigen Abschluss auf rund 28 Milliarden Dollar taxiert, ist aber wegen schwankender Aktien- und Währungskurse nicht vergleichbar. Zudem steckte die Telekom in der Zwischenzeit viel Geld in das Unternehmen.
[Bildunterschrift: Telekom-Chef René Obermann sieht im Verkauf der US-Tochter "die beste Lösung". ]
Der deutsche Branchenprimus kämpft in den USA im Mobilfunkgeschäft seit einiger Zeit mit Gegenwind. T-Mobile ist dort der viertgrößte Mobilfunkanbieter. Die wichtigsten Wettbewerber sind neben Sprint Nextel die Unternehmen Verizon Wireless und AT&T. T-Mobile USA trat zuletzt mit rund 33 Millionen Kunden auf der Stelle, während große Konkurrenten wie AT&T mit exklusiven Handys und kleinere Anbieter mit Discount-Preisen neue Kunden gewannen. Zudem gilt das Netz der Telekom in den USA als veraltet; nach Einschätzung von Analysten wären in Kürze Milliardeninvestitionen nötig gewesen.
Die Wettbewerbsbehörden in den Vereinigten Staaten müssen dem Plan noch zustimmen, weshalb das Geschäft erst in einem Jahr abgeschlossen sein dürfte.
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