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35.000 Stellen betroffen
ThyssenKrupp plant gigantischen Konzernumbau
Gut drei Monate nach seinem Amtsantritt hat der neue Chef des Stahlkonzerns ThyssenKrupp, Heinrich Hiesinger, seine neue Strategie vorgelegt, mit der er das Unternehmen massiv umbauen will.
Das Ende des Edelstahls
Der hoch verschuldete Dax-Konzern soll sich demnach von fast einem Viertel seines Umsatzes von rund 42 Milliarden Euro und von fast jedem fünften seiner weltweit rund 177.000 Mitarbeiter trennen. Das traditionsreiche Geschäft mit Edelstahl wird ebenso zur Disposition gestellt wie weite Teile des Autozulieferer-Geschäfts. Der Aufsichtsrat muss den Plänen am Freitag kommender Woche noch zustimmen. Einzelheiten zu seinem Konzept will Hiesinger im Anschluss an die Sitzung vorstellen.
Wulff sagt Besuch bei ThyssenKrupp ab
Als Reaktion auf die Veränderungen bei ThyssenKrupp hat Bundespräsident Christian Wulff einen geplanten Besuch des ThyssenKrupp-Stahlwerks in Rio de Janeiro abgesagt. Wulff begründete dies in São Paulo mit den "angekündigten kurzfristigen umfangreichen Umstrukturierungen im ThyssenKrupp-Konzern mit noch nicht absehbaren Auswirkungen".
An der Börse sorgte die Veröffentlichung der Pläne für einen deutlichen Kursanstieg der ThyssenKrupp-Aktie. Der Umbau soll dazu beitragen, den auf dem Unternehmen lastenden Schuldenberg von rund 5,8 Milliarden Euro zu mindern. Bei seinem Amtsantritt hatte Hiesinger dem Schuldenabbau oberste Priorität eingeräumt. Hohe Anlaufverluste durch den Neubau von Stahlwerken in Brasilien und den USA hatten den Schuldenstand in den vergangenen Monaten immer weiter in die Höhe getrieben.
Technologie-Sparte stärken
Gleichzeitig will der ehemalige Siemens-Manager die Technologie-Sparte des Stahl-Konzerns weiter stärken und globale Trends vor allem in den Schwellenländern nutzen. Damit dürfte die traditionsreiche Stahlsparte des Konzerns, die im vergangenen Geschäftsjahr mehr als ein Drittel zum Konzernumsatz beisteuerte, deutlich an Gewicht verlieren. Von den rund 35.000 von den Umstrukturierungen betroffenen Mitarbeitern sind etwa 14.000 im Inland beschäftigt. Aus Kreisen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hieß es, dass man nun die Gespräche über sozialverträgliche Lösungen und die Sicherung von Standorten beginnen müsse.
Stand: 06.05.2011 14:54 Uhr
