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Harter Sparkurs bei Stahlkonzern ThyssenKrupp
"Belegschaft wird um bis zu 20.000 schrumpfen"
Der von der Wirtschaftskrise schwer getroffene Stahlkonzern ThyssenKrupp hat erstmals konkrete Zahlen zum geplanten Personalabbau genannt: "Durch Desinvestitionen und Restrukturierung wird die Konzernbelegschaft im neuen Geschäftsjahr nochmals um 15.000 bis 20.000 Menschen schrumpfen", sagte Konzernchef Ekkehard Schulz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das neue Geschäftsjahr dauert bis Ende September 2010.
Wachsstumsstarke Bereiche sollen von dem Konzernumbau auch personell profitieren, doch zunächst sollen laut Schulz vor allem durch den Verkauf personalintensiver Bereiche Stellen abgebaut werden. So könnten durch die Neuordnung der Werften-Beteiligungen rund 2500, und durch den Verkauf von drei Service-Gruppen rund 22.000 Stellen abgebaut werden. Zudem sollen von den weltweit rund 18.000 Stellen in der Verwaltung bis zu 2500 wegfallen, sagte Schulz.
Rückzug aus dem zivilen Schiffsbau eingeleitet
ThyssenKrupp begann bereits zu Monatsbeginn mit dem Stellenabbau: Mit dem Verkauf der Tochter Industrieservice an die Frankfurter Dienstleistungsgruppe Wisag trennt sich der Konzern von rund 9000 Vollzeitstellen. Für die Töchter Safway und Xervon mit zusammen rund 12.000 Beschäftigten läuft der Verkaufsprozess.
Zudem zieht sich ThyssenKrupp weitgehend aus dem zivilen Schiffsbau zurück. Vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen angekündigt, weite Teile seiner Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss an das arabische Schiffbauunternehmen Abu Dhabi MAR Group zu verkaufen.
Mehr Beschäftigte in Wachstumsfeldern
Ziel der Umstrukturierungsmaßnahmen sei ein nachhaltiger Abbau der Sach- und Personalkosten um 1,5 Milliarden bis zwei Milliarden Euro. Durch eine Konzentration auf erwerbsstarke Gebiete ist aber wohl auch mit einem begrenzten Stellenzuwachs zu rechnen. So kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr in Wachstumsfeldern 4000 Mitarbeiter hinzu. Diesen gegenläufigen Beschäftigungseffekt werde es auch weiterhin geben, sagte Schulz.
12.000 Stellen weniger binnen zehn Monaten
Bereits in den ersten zehn Monaten des Ende September abgelaufenen Geschäftsjahrs hatte ThyssenKrupp die Zahl seiner Beschäftigten um rund 12.000 auf etwa 186.000 reduziert. Im vergangenen Jahr hatte ThyssenKrupp angekündigt, weite Teile der Sparte mit rund 23.000 Beschäftigten zu veräußern.
Die Auftragsflaute in der Stahlindustrie und bei den Werften hat ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 tief in die Verlustzone gedrückt. Vor Steuern und Sondereffekten rechnet das Unternehmen mit einem Verlust "in höherer dreistelliger Millionen-Euro-Größe". Hinzu kommen Sonderbelastungen durch Restrukturierungen und den Bau neuer Stahlwerke in den USA und Brasilien von rund einer Milliarde Euro.
Stand: 17.10.2009 19:14 Uhr
