Seitenueberschrift

ThyssenKrupp spendiert Gewerkschafter Luxusreisen

In der ersten Klasse um die Welt

Bei ThyssenKrupp ist der IG-Metall-Vorstand und stellvertretende Aufsichtsratschef, Bertin Eichler, in die Kritik geraten. Das "Handelsblatt" berichtet, der Gewerkschafter habe sich vom Essener Stahlkonzern in den Jahren 2004 bis 2012 zu mindestens fünf Luxusreisen einladen lassen. Reiseziele der Flüge erster Klasse seien Brasilien, China, die USA, Thailand und Kuba gewesen. Zwar seien die Reisen auch immer mit geschäftlichen Aktivitäten von ThyssenKrupp verbunden gewesen. Sie hätten sie aber auch touristische Elemente enthalten, berichtete die Zeitung.

Konzernzentrale von ThyssenKrupp in Essen
galerie

ThyssenKrupp kommt seit Monaten nicht aus den Schlagzeilen.

So hätten die Brasilien-Reisenden einen Ausflug zu Rios berühmtem Wahrzeichen, dem Zuckerhut, gemacht. Bei einer Reise nach China spendierte der Essener Traditionskonzern dem Bericht zufolge der Delegation einen Bummel durch das Spielerparadies Macau. In Schanghai habe sich Eichler vor acht Jahren zu einem Formel-1-Rennen einladen lassen. Die großzügigen Reisen auf Firmenkosten nährten den Verdacht, dass das ThyssenKrupp-Management die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat habe gütig stimmen wollen, schreibt das Blatt.

Luxusreisen-Affäre bei Thyssen Krupp
D. Biernoth, WDR
11.01.2013 13:21 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Eichler will Kosten erstatten und nicht mehr kandidieren

Eichler selbst erklärte gegenüber dem "Handelsblatt", er sei unsensibel gewesen. Allerdings habe der Konzern für alle Vorstände und Aufsichtsräte stets First-Class-Flüge gebucht.

Inzwischen kündigte er an, er werde bei der 2013 anstehenden Wahl der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat nicht mehr kandidieren. Die Differenz der Kosten zwischen Erster-Klasse- und Business-Class-Flügen wolle er dem Konzern erstatten. Es sei nicht alles richtig, was zulässig sei und üblich war. Er habe in neun Jahren Aufsichtsratstätigkeit aus dienstlichen Gründen an fünf Reisen von ThyssenKrupp teilgenommen, sagte Eichler. "Den Vorwurf, durch diese Reisen sei meine Aufsichtsratstätigkeit vom Unternehmen beeinflusst worden, weise ich entschieden zurück."

Stand: 11.01.2013 12:13 Uhr

Darstellung: