Wirtschaftsnobelpreis für Richard Thaler | Bildquelle: REUTERS

Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft US-Verhaltensökonom Thaler geehrt

Stand: 09.10.2017 14:21 Uhr

Er sei ein Pionier auf dem Feld der Verhaltensökonomie, begründete die Jury ihre Entscheidung, den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft in diesem Jahr an Richard Thaler zu verleihen. Der US-Amerikaner lehrt in Uni Chicago.

Der US-Forscher Richard Thaler wird mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Das teilte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm mit. Der Verhaltensökonom lehrt an der University of Chicago und sei ein "Pionier" auf diesem neuen Feld, begründete die Jury ihre Entscheidung. Er habe die Wirtschaft menschlicher gemacht, erklärte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm.

In der Verhaltensökonomik geht es um psychologische Faktoren, die hinter wirtschaftlichen Entscheidungen stehen. Thaler habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung weiter.

Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht an US-Ökonom Richard Thaler
tagesschau 14:00 Uhr, 09.10.2017, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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"Ökonomen sind menschlich"

Thaler beschäftigte sich vor allem damit, dass viele Verhaltensweisen im Alltag nicht so "vernünftig" sind, wie man in seinem Fach lange annahm. Er habe damit eine "Brücke zwischen der wirtschaftlichen und der psychologischen Analyse individueller Entscheidungsprozesse" geschlagen und ein neues Feld eröffnet, so die Akademie. Begrenzte Rationalität, soziale Vorlieben und mangelnde Selbstbeherrschung können somit Entscheidungen und Marktergebnisse prägen. "Ökonomen sind menschlich", sagte Thaler dann auch nach der Preisverkündung. "Wirtschaftliche Modelle müssen das berücksichtigen."

Thaler entwickelte unter anderem die Theorie zur "geistigen Buchhaltung" und erklärte, wie Menschen in Gedanken finanzielle Entscheidungen vereinfachen. Er zeigte zudem, warum man Dinge oft für wertvoller hält, wenn man sie selbst besitzt. Der in New Jersey geborene Ökonom nahm sich außerdem Neujahrsvorsätze vor - und untersuchte, warum diese oft zum Scheitern verurteilt sind. Die gleiche mangelnde Selbstdisziplin mache es vielen schwierig, für das Alter zu sparen, fand er heraus.

Kein "echter" Nobelpreis

Streng genommen ist der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gar kein Nobelpreis. Er geht zumindest nicht auf den letzten Willen von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurück. Der Schwede hatte in seinem Testament nur Preise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden genannt.

Offiziell bezeichnet ihn die Nobelstiftung deshalb auch nicht als Nobelpreis, sondern als "Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel". Den Wirtschaftspreis stiftete die schwedische Reichsbank in Erinnerung an ihn 1968. Seitdem wurden vor allem Ökonomen aus den Vereinigten Staaten ausgezeichnet. Nur ein Deutscher hat die Auszeichnung bisher bekommen: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

Im vergangenen Jahr waren Oliver Hart und Bengt Holmström für ihre Forschung zur Ausgestaltung von Verträgen ausgezeichnet worden. Überreicht werden die Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Stifter Nobel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Oktober 2017 um 12:00 Uhr.

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