Elon Musk | Bildquelle: AP

Zweifel an Musks Plan Tesla-Aktie büßt kräftig ein

Stand: 10.08.2018 07:27 Uhr

Die Zweifel an Musks Plänen, Tesla von der Börse zu nehmen, haben den Kurs der Aktie fallen lassen: Es ist unklar, ob er dafür die nötigen Mittel hat. Der Verwaltungsrat der Firma fordert Aufklärung.

Mit einem Tweet von Firmenchef Elon Musk nahm alles seinen Anfang: Denn darin hatte er Überlegungen öffentlich gemacht, Tesla von der Börse zu nehmen. Eine Euphorie folgte, der Kurs der Aktie zog kräftig an. Doch nun wachsen sowohl die Zweifel an Musks Plan als auch die Sorgen vor rechtlichen Konsequenzen der Tweets.

Aktie verliert an Wert

Die Aktie verlor am Donnerstag im US-Handel zeitweise an die sechs Prozent und schloss 4,8 Prozent schwächer bei gut 352 Dollar. Der Kurssprung, den Musk vor zwei Tagen mit seiner Erwägung auslöste, Tesla zum Kurs von 420 Dollar zu privatisieren, ist damit weitgehend verpufft.

An den Märkten steigt vor allem die Skepsis gegenüber Musks Behauptung, die Finanzierung eines Deals, um den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen, sei gesichert. Dafür wären über 70 Milliarden Dollar nötig und bislang wurde nicht geklärt, woher das Geld kommen soll. Die Firma selbst schreibt hohe Verluste und hat laut Analysten eher Finanzbedarf als überschüssige Mittel auf der hohen Kante.

Tesla-Autos vor einem Showroom in den USA | Bildquelle: AP
galerie

Es ist unklar, woher das Geld für den Ausstieg Teslas von der Börse kommen soll.

Verwaltungsrat prüft

Auch der Verwaltungsrat von Tesla verlangt Insidern zufolge von Musk mehr Informationen darüber, wie der Unternehmenschef einen Rückzug von der Börse finanzieren will. Das Gremium habe zwar mehrmals über den Vorschlag beraten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Detaillierte Informationen über die Finanzierung eines solches Vorhabens habe der Verwaltungsrat von Musk jedoch nicht erhalten.

Das Gremium werde in den kommenden Tagen entscheiden, ob eine formelle Prüfung der Vorschläge Musks gestartet werde. Mit Investmentbankern werde gesprochen, ob hierzu Finanzberater hinzugezogen werden sollten, hieß es.

Konsequenzen der Börsenaufsicht könnten drohen

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Insider, die US-Börsenaufsicht SEC habe Tesla bereits ins Visier genommen, um den Wahrheitsgehalt von Musks Aussagen zu prüfen. Die Behörde wollte sich dazu nicht äußern, Tesla ließ Anfragen unbeantwortet.

Sollte Musk nicht nachweisen können, dass die Finanzierung steht, könnten Konsequenzen durch die Börsenaufsicht drohen - ebenso Anlegerklagen wegen möglicher Marktmanipulation.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 9. August 2018 um 04:00 Uhr.

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

Darstellung: