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Logo des japanischen Energiekonzerns Tepco

Fukushima-Betreiber macht Milliardenverlust

Tepcos ferne Vision von Gewinnen

Der japanische Energiekonzern Tepco hat einen weiteren Milliardenverlust eingefahren. Der Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima setzt auf höhere Strompreise und Einsparungen, um in die Gewinnzone zurückzukehren. Trotz massiver Unterstützung des Staates und der Banken ist dieses Ziel noch fern.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Nach dem Rekordverlust von knapp acht Milliarden Euro im Vorjahr, sieht es für Tepco auch im 1. Quartal des laufenden Fiskaljahres kaum besser aus. Der Netto-Verlust zwischen April und Juni beträgt 288 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 2,8 Milliarden Euro. Das gab der Energiekonzern bekannt.

Erst gestern hatte das Unternehmen vom japanischen Staat die vereinbarte Finanzspritze in Höhe von zehn Milliarden Euro erhalten und wurde damit de facto unter staatliche Kontrolle gestellt. Das Geld ist vor allem für die Entschädigungszahlungen infolge der Atomkatastrophe gedacht sowie für die Kosten der Stilllegung des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1. Trotz dieser Summe sieht Tepco derzeit keine Möglichkeit, in die Gewinnzone zurückzukehren.

Milliardenverlust bei Kraftwerksbetreiber Tepco
P. Kujath, ARD Tokio
01.08.2012 13:53 Uhr

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Erneut hohe Verluste befürchtet

Da die Atomkraftwerke wegen des Erdbebens oder regulärer Wartungsarbeiten angehalten sind, muss zur Stromproduktion verstärkt Erdöl und Erdgas eingekauft werden. Für die künftige Nutzung von erneuerbaren Energien sind ebenfalls größere Investitionen notwendig. Deshalb geht Tepco davon aus, dass auch am Ende des laufenden Fiskaljahres ein hoher Verlust stehen wird.

Tepco-Präsident Naomi Hirose
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Tepco-Präsident Hirose musste erneut Milliardenverluste bekanntgeben.

Im nächsten Jahr hofft das Unternehmen, die Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa am Japanischen Meer wieder in Betrieb nehmen zu können, um die Kosten für die Energiegewinnung zu senken. Derzeit sieht es jedoch nicht so aus, als ob die Bevölkerung in Japan bereit sei, ein Wiederanfahren von weiteren Atomkraftwerken zu erlauben. Mittelfristig hofft das Unternehmen, durch zusätzliche Einsparungen bei den Gehalts- und Pensionszahlungen sowie durch den Verkauf von Immobilien, wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu können.

Höherer Strompreis soll Kassen füllen

Das Geld dafür soll auch die von Tepco geforderte Erhöhung der Strompreise bringen. Die ist seitens der japanischen Regierung zwar genehmigt worden, tritt aber erst zum 1. September in Kraft. Dann steigen die Tarife für den Großraum Tokio, dem Kundengebiet von Tepco, um 8,46 Prozent an. Ursprünglich hatte der Energiekonzern eine Steigerung um mehr als zehn Prozent gefordert. Das hatte das zuständige Industrieministerium aber abgelehnt.

Unterdessen gaben Japans Banken bekannt, Tepco Darlehen in Höhe von 370 Milliarden Yen zur Verfügung zu stellen. Damit soll die Liquidität des Unternehmens gesichert werden. Die japanische Regierung hatte angekündigt, Tepco so lange zu unterstützen, bis das Unternehmen zum Beispiel wieder Schuldscheine auf den Markt bringen und damit auf eigenen Beinen stehen kann. Da der Strommarkt in Japan derzeit im Umbruch ist, wird das aber noch eine Zeit lang dauern.

Reaktor in Fukushima
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Die Entschädigungszahlungen und Folgekosten der Reaktorkatastrophe vin Fukushima machen Tepco schwer zu schaffen. (Archivbild)

Einspeisegebühren für erneuerbare Energien

Die am 1. Juli in Kraft getretenen Tarife zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen müssen im mittel- und langfristigen Wirtschaftsmodell von Tepco ebenfalls berücksichtigt werden. Die Preise, zu denen die Energiekonzerne Strom aus Solar- oder Windkraftanlagen ankaufen müssen, sind im Vergleich zu Deutschland ziemlich hoch. Diese Kosten werden die Energiekonzerne wohl an die Kunden in Form von höheren Strompreisen weitergeben.

Der Elektrizitätsmarkt in Japan ist unter regionalen Anbietern aufgeteilt, die in ihren Gebieten zwar ein Monopol besitzen, sich Preiserhöhungen aber von der Regierung genehmigen lassen müssen. Seit der Atomkatastrophe von Fukushima wird über eine Reform des Strommarktes in Japan diskutiert, die eine Liberalisierung sowie eine Trennung von Netz und Produktion beinhalten könnte.

Stand: 01.08.2012 12:17 Uhr

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