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30.05.2012

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Wirtschaft
Telekom
Telekom schickt zwei Frauen in den Vorstand
Zwei Frauen in den Vorstand der Telekom

Die reine Männerwirtschaft hat ein Ende

Telekom-Vorstandschef René Obermann hat die Berufung von zwei Frauen in den Vorstand des Konzerns als "pure betriebliche Notwendigkeit" bezeichnet. Frauen brächten neue Perspektiven und Herangehensweisen ein und verbesserten so die Entscheidungen der Führungsmannschaft, sagte Obermann. "Es ist geradezu sträflich, diesen großen Pool von Talenten sowohl in Fach- als auch in Führungskarrieren nicht stärker zu fördern", fügte er hinzu. Topkandidaten fielen nicht vom Himmel.

Der Vorstandsvorsitzende der Telekom AG, Obermann, der neue Vorstand für das Europageschäft, Claudia Nemat (r.) und der neue Personalvorstand Marion Schick. (Foto: dapd) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Telekom-Chef Obermann mit seinen beiden neuen Kolleginnen im Vorstand, Marion Schick (l.) und Claudia Nemat. ]
Der Telekom-Aufsichtsrat hatte am Montagabend die Unternehmensberaterin Claudia Nemat als neue Europachefin und die Professorin und frühere baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick als Personalchefin in den Vorstand berufen. Nemat soll ihre neue Aufgabe im Oktober beginnen, Schick im kommenden Jahr.

Branchenkennerin von McKinsey

Die 42 Jahre alte Nemat ist Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey und für High-Tech-Unternehmen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika zuständig. Sie gilt als Branchenkennerin. Sie habe bereits eine Reihe von Projekten für die Telekom betreut und unter anderem an der neuen Unternehmensstrategie mitgewirkt, erläuterte ihr neuer Arbeitgeber. Nemats neues Zuständigkeitsfeld ist wegen der Wirtschaftskrise in vielen Ländern Osteuropas sowie der Probleme bei der griechischen Tochter OTE eine der größten Baustellen im Konzern. Der bisherige Europachef Guido Kerkhoff wechselte im April zu ThyssenKrupp.

Claudia Nemat (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Hat bereits Projekte für die Telekom betreut: Claudia Nemat]
Marion Schick (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Im Telekom-Vorstand bald für Personal zuständig: Marion Schick]
 

Aus der Landespolitik zur Telekom

Die 52-jährige CDU-Politikerin Schick war bis zur schwarz-gelben Wahlniederlage in Baden-Württemberg Ende März Kultusministerin des Landes. Zuvor saß sie im Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. In den Jahren 2000 bis 2008 war sie Präsidentin der Hochschule München. Sie wird Nachfolgerin von Personalvorstand Thomas Sattelberger, der sich sehr für die Frauenquote bei der Telekom eingesetzt hatte.

Vorreiter bei der Frauenquote

Die Telekom hatte 2010 als erstes DAX-Unternehmen eine Frauenquote eingeführt. Bis Ende 2015 sollen demnach 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Seitdem wurden nach Aussagen eines Telekom-Sprechers 200 Managerinnen eingestellt, der Frauenanteil in den Führungsetagen stieg von 19 auf 23 Prozent.

Stand: 05.07.2011 12:23 Uhr
 

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