Warnung vor steigenden Mobilfunkpreisen Kartellamt sieht O2-E-Plus-Deal kritisch
Stand: 13.06.2014 11:05 Uhr
Platzt der Mega-Deal in der Mobilfunkbranche doch noch? Kartellwächter und die EU-Wettbewerbshüter sehen die geplante Übernahme von E-Plus durch den Konkurrenten Telefónica Deutschland (O2) kritisch. Nach Einschätzung des Bundeskartellamts könnte die Fusion zu steigenden Mobilfunkpreisen führen. Ihre Bedenken hat die Behörde nun der EU-Kommission übermittelt, sagte ein Sprecher gegenüber tagesschau.de und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung."
Prüfung zieht sich in die Länge
Die EU-Kommission, die in Europa auch als Wettbewerbshüter agiert, muss die Fusion genehmigen. Sie hatte im Dezember eine Prüfung eingeleitet und im Februar selbst Bedenken gegen das Vorhaben geäußert. Offenbar nimmt die Kommission den geplanten 8,6 Milliarden Euro schweren Kauf sehr genau unter die Lupe, denn die Prüfung zieht sich in die Länge. Aus "verfahrenstechnischen Gründen" werde eine Entscheidung erst am 10. Juli gefällt, teilte Telefonica kürzlich mit. Ursprünglich sollte die Untersuchung bereits im Mai abgeschlossen werden, doch wurden die Termine mehrfach verschoben.
Angesichts der kartellrechtlichen Bedenken hatte Telefonica Deutschland mehrere Zugeständnisse gemacht und unter anderem Starthilfe für einen neuen Wettbewerber angeboten. Sollte der Kauf über die Bühne gehen, würden der dritt- und viertgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland hinter dem Marktführer Deutsche Telekom und Vodafone fusionieren und damit die neue Nummer eins werden. Auf dem Markt gäbe es dann nur noch drei anstatt vier Anbieter.
