Ein Airbag von Takata | Bildquelle: AFP

Airbag-Skandal Takata zahlt Milliardenstrafe

Stand: 14.01.2017 12:59 Uhr

Mindestens 15 Todesfälle werden mit defekten Takata-Airbags in Verbindung gebracht, der Fall führte zum größten Rückruf in der Geschichte der US-Autoindustrie. Nun hat sich der japanische Hersteller mit der US-Justiz auf einen Vergleich geeinigt.

Der japanische Autozulieferer Takata hat sich mit der US-Justiz auf einen Vergleich im Streit um defekte Airbags geeinigt. Das Unternehmen zahlt eine Milliarde Dollar (940 Millionen Euro) an Strafen und Entschädigungen. Zudem habe es sich schuldig bekannt, die Mängel an den Airbags vertuscht zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Detroit mit. Durch die Vereinbarung werden strafrechtliche Ermittlungen beendet.

Der Großteil der verhängten Strafe - 850 Millionen Dollar - soll an die Autohersteller gehen, die bei Takata die Airbags gekauft hatten. Weitere 125 Millionen Euro gehen an Unfallopfer, bei den übrigen 25 Millionen Dollar handelt es sich um ein Bußgeld.

42 Millionen Autos zurückgerufen

Parallel zu dieser gütlichen Einigung erhob die US-Justiz die ersten strafrechtlichen Anklagen gegen einzelne Takata-Mitarbeiter. Drei frühere Beschäftigte der Firma werden laut Gerichtsdokumenten beschuldigt, die Fehler in den Airbags kaschiert zu haben. Diese lösten zum Teil zu schnell aus, so dass sie explodierten und Metallsplitter herausschleuderten.

Der Fall führte zum größten Rückruf in der Geschichte der US-Autoindustrie, mit 42 Millionen Wagen verschiedener Hersteller und 69 Millionen Airbags. Weltweit werden mit den Airbag-Problemen mindestens 15 Todesfälle in Verbindung gebracht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2017 um 23:00 Uhr.

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