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[Bildunterschrift: DGB-Chef Sommer warnt vor Lohndumping. ]
Die Gewerkschaften haben auf ihren Kundgebungen zum 1. Mai vor einer Verrohung durch die Arbeitnehmer-Freizügigkeit gewarnt. Von der Bundesregierung forderten sie einen flächendeckenden Mindestlohn. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer befürchtet wegen der neuen Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Osteuropa Lohndumping: "Es gibt leider genug Arbeitgeber in Deutschland, die auf billige Arbeit aus dem Osten hoffen", sagte Sommer auf der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Kassel. "Sie wollen die Menschen aus Mittel- und Osteuropa zum Lohndumping missbrauchen."
Sommer kritisierte zugleich die vielfachen Äußerungen über einen Fachkräftemangel in Deutschland als verlogen: "Die gleichen Leute, die junge Menschen nicht ausbilden, und ältere Arbeitnehmer aus dem Betrieb werfen, beklagen jetzt den Mangel an guter Arbeit." Der DGB-Chef fügte hinzu: "Wir haben auf diese Pharisäer eine Antwort: Ausbildung für die Jungen, Beschäftigungschancen auch für Ältere, Arbeit für alle, das ist das Mindeste!"
[Bildunterschrift: In mehreren Städten, wie hier in Oberhausen, gingen Menschen zum Tag der Arbeit auf die Straße. ]
IG-Metall-Chef Berthold Huber kritisierte in Nürnberg, Leiharbeit, Minijobs und andere Formen der prekären Beschäftigung verstießen gegen das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes. "Gegen diese Verrohung des Arbeitsmarktes müssen und werden wir uns wehren", sagte Huber. Besonders die betroffenen Jugendliche könnten ihre Zukunft nicht planen, sagte Huber. Zudem sei mit Niedriglöhnen Armut im Alter vorprogrammiert. Die Bundesregierung müsse endlich einen flächendeckenden Mindestlohn einführen, und zwar ausnahmslos für alle Bereiche. Nur so könne schlimmste Ausbeutung verhindert werden.
IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel warnte ebenfalls vor einem Missbrauch der neuen Freizügigkeit durch die Arbeitgeber. "Wir werden erleben, dass sie versuchen, Leiharbeiter aus Osteuropa zu Dumpinglöhnen zu beschäftigten." Er befürchtet, dass die Arbeitnehmer aus Osteuropa mit Niedrigstlöhnen unter fünf Euro abgespeist würden. Die diesjährigen Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zum 1. Mai stehen unter dem Motto "Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit - das ist das Mindeste."
An den Mai-Kundgebungen beteiligten sich in diesem Jahr nach Gewerkschaftsangaben 423.000 Menschen und damit 41.000 weniger als im Vorjahr. DGB-Chef Sommer erklärte, die Teilnehmerzahl liege "deutlich über unseren Erwartungen, vor allem angesichts des bundesweiten Endes der Osterferien und des Weißen Sonntags". Der Weiße Sonntag ist der Sonntag nach Ostern und traditionell der Termin für die Feiern zur Erstkommunion. Im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund 464.000 Teilnehmer gemeldet. Schon damals waren 20.000 weniger als im Jahr davor gekommen.
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