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Strompreis-Studie der Grünen
Billig einkaufen - teuer verkaufen
Die Energieversorger kassieren in diesem Jahr einer Studie zufolge beim Strompreis drei Milliarden Euro mehr als eigentlich notwenig. Dies geht aus einer Analyse des Energieexperten Gunnar Harms für die Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die tagesschau.de vorliegt.
Laut Harms sind die Preise im Stromeinkauf 2011 um bis zu 20 Prozent gefallen. Hätten die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise weitergereicht, müsste der Strompreis zwei Cent die Kilowattstunde niedriger liegen.
Strompreise der Betreiber sind laut Studie zu hoch
tagesschau 17:00 Uhr, 24.08.2012, Matthias Deiß, ARD Berlin
Preisanstieg um 20 Prozent
In der Expertise heißt es weiter, während die Preise für Industrie- und Gewerbekunden um drei Prozent gesunken seien, hätten private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen. Harms legte bei seiner Berechnung den privaten Jahresverbrauch in Deutschland von 140 Milliarden Kilowattstunden zugrunde.
"Von Stromanbietern und Politik in die Zange genommen"
"Die Stromrechnungen für die privaten Haushaltskunden steigen unaufhaltsam, weil sie von Stromanbietern und der Politik gleichzeitig in die Zange genommen werden", sagte Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen. Einerseits machten Stromversorger wie E.on oder RWE Gewinne, weil sie gesunkene Einkaufspreise nicht weiter geben. Andererseits lade die Bundesregierung die Kosten der Energiewende hauptsächlich bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen breit entlaste.
Altmaier befürchtet weiteren Preisanstieg
Bundesumweltminister Peter Altmaier sagte unterdessen der "Rheinischen Post", er erwarte höhere Strompreise im Herbst. Er verwies darauf, dass Experten einen Anstieg um fünf Prozent vorhersagten. Zur Begründung führte er den zu schnellen Ausbau der Solarenergie an. Altmaier will deshalb die Förderung schneller beenden als geplant.
Stand: 24.08.2012 11:50 Uhr
