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Millionen Stromkunden müssen im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Nach einer Erhebung des Verbraucherportals verivox.de wollen mindestens 40 Versorger ihre Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich fünf Prozent anheben. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr bedeute dies Mehrkosten von 46 Euro. Das Portal toptarif.de meldet 46 Anbieter, die ihre Preise erhöhen wollen. Der Durchschnitt liege bei 4,7 Prozent.
[Bildunterschrift: Um durchschnittlich fünf Prozent werden die Strompreise für Millionen Kunden steigen. ]
Der Energiekonzern Vattenfall kündigte an, zum 1. Januar seine Strompreise in Berlin und Hamburg zu erhöhen. Kunden in den Grundversorgungstarifen zahlten dann in Berlin 5,9 Prozent und in Hamburg 4,4 Prozent mehr, teilte das Unternehmen mit. Die monatliche Grundgebühr bleibe gleich. Bei den günstigsten Vattenfall-Tarifen steigen die Preise stärker. Für Gewerbekunden werde der Strom in beiden Städten um 8,9 Prozent teurer.
Die Oldenburger EWE teilte mit, dass die Kunden ab Januar im Schnitt 14 Prozent mehr bezahlen müssen. Als Grund nannte der fünfgrößte deutsche Versorger höhere Kosten für erneuerbare Energien sowie gestiegene Netzentgelte und Einkaufspreise. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber er hat auch seinen Preis", betonte EWE. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Erzeuger von Wind- und Sonnenenergie feste Preise für den ins Netz eingespeisten Strom, die in der Regel höher liegen als die für Strom aus Kohle und Atomkraft.
[Bildunterschrift: Die Versorger sprechen von gestiegenen Kosten für die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie - das weisen Umweltschützer zurück. ]
Umweltschützer weisen die Argumentation der Konzerne allerdings zurück. Die Agentur für Erneuerbare Energien verwies darauf, dass die Förderung von Sonnen und Windkraft lediglich fünf Prozent des Strompreises ausmache. Auch das Argument der gestiegenen Einkaufspreise wird von Verbraucherschützern hinterfragt - die Preise an der Leipziger Strombörse seien gefallen und nicht gestiegen. Der Versorger EWE räumte ein, dass in dem Strom, den EWE ab 2010 an Privathaushalte verkauft, auch Stromteilmengen steckten, "die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat".
Die beiden größten deutschen Versorger, E.ON und RWE, ziehen hingegen zunächst nicht mit. "Wir halten unseren Strom- und Gaspreis über den Jahreswechsel hinaus stabil", sagte ein Sprecher der E.ON Vertrieb Deutschland GmbH. RWE will nach Angaben einer Sprecherin die Strompreise in seinem Stammgebiet Nordwestdeutschland ebenfalls vorerst konstant halten.
Die Energieriesen hatten in den vergangenen Jahren den zunehmenden Wettbewerb auf dem Strommarkt zu spüren bekommen. Nach Preiserhöhungen kehrten zahlreiche Kunden den Regionalversorgern von E.ON und RWE den Rücken. Die Bereitschaft der Kunden zum Wechsel des Anbieters hat deutlich zugenommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wechselten im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Stromkunden ihren Anbieter - nach 1,3 Millionen im Jahr zuvor. Verivox rechnet aber mit weiteren Preiserhöhungen kleinerer Anbieter zum Jahreswechsel.
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