Strommast auf einem Feld

Gesetzentwurf zu Stromkosten Ostdeutsche können auf Entlastung hoffen

Stand: 03.11.2016 19:21 Uhr

Stromkunden vor allem in Ostdeutschland können auf eine Entlastung hoffen. Bislang bezahlen sie aufgrund des Stromnetz-Ausbaus besonders viel. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen die Kosten künftig gleichmäßíg auf alle Regionen verteilt werden.

Haushalte und Betriebe vor allem in Ostdeutschland, aber auch in Gebieten Norddeutschlands können auf Entlastung bei ihren Stromrechnungen hoffen. Grund ist, dass die Bundesregierung die Stromnetz-Kosten künftig auf alle Regionen gleichmäßig verteilen will, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Ostdeutschland und Teile von Norddeutschland mussten zuletzt über ihre Rechnung für die großen Stromautobahnen besonders viel zahlen, da diese in den vergangenen Jahren aufgrund der zunehmenden Windstromversorgung deutlich ausgebaut wurden. Bislang muss jede der vier Netzzonen in Deutschland seine Leitungskosten alleine tragen. Süd- und westdeutsche Haushalte und Betriebe kamen dabei meist besser weg. Jetzt sollen die Ausbaukosten über ganz Deutschland gleichmäßig verteilt werden, was so wiederum höhere Tarife für West- und Süddeutschland bedeutet.

Bonus an kleine Betreiber soll wegfallen

Von einer weiteren Neuregelung werden ebenfalls Nord- und Ostdeutschland am meisten profitieren: Die sogenannten vermiedenen Netzentgelte sollen zunächst eingefroren und dann über die nächsten zehn Jahre ganz auslaufen. Vermiedene Netzentgeelte sind Zahlungen an Betreiber von kleineren Kraftwerken, deren Strom regional verbraucht wird und der die großen Übertragungsleitungen daher nicht belastet. Dieser Bonus wird bislang ebenfalls über die Netzumlage auf den Rechnungen von allen Verbrauchern bezahlt. Der Wegfall wird damit gerechtfertigt, dass vor allem der Ökostrom-Ausbau nun die kleineren Netze belastet, die dann wiederum ausgebaut werden müssen.

Über dieses Thema berichtete der MDR am 04. November 2016 um 21:45 Uhr.

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