Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 14:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 04:55 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
USA Flagge und Dollarschein
USA: Banken-Stresstest angeblich geschönt
Belastungstest in USA geschönt?

Liebling, wir haben den Stresstest geschrumpft

Die Ergebnisse des jüngsten Belastbarkeittests von 19 führenden US-Banken beruhen nach Angaben des "Wall Street Journal" und der "Financial Times" nicht auf soliden Berechnungen, sondern auf einem Geschachere zwischen den Finanzinstituten und Regierungsbeamten.

Danach wurden bei der Prüfung durch die Notenbank (Fed) festgestellte Kapitallücken nach Protesten der betroffenen Banken im Zuge von Verhandlungen "geschrumpft", berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise.

:

Geldautomat der Bank aof America (Foto: REUTERS)
Weitere Meldungen Hintergrund Die Ergebnisse des Stresstests für US-Banken [mehr]

Mildere Kriterien, kleinere Löcher

Darüber hinaus habe die Fed laut Banken- und Regierungsmitarbeitern bei der Berechnung der Kapitalausstattung andere Maßstäbe benutzt als Analysten und Investoren es erwartet hätten. Auch dadurch seien am Ende die Finanzlöcher deutlich kleiner ausgefallen.

Die Ergebnisse des staatlichen "Stresstests" waren am Donnerstag veröffentlicht worden. Demnach benötigen zehn Banken ein zusätzliches Finanzpolster von insgesamt knapp 75 Milliarden Dollar, um auch einer potenziellen weiteren Wirtschaftstalfahrt standhalten zu können.

US-Finanzminister Geithner bei einer Kongress-Anhörung vor einem Plakat mit der Aufschrift: "Gib uns unser Geld zuirück!" (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Finanzminister Geithner vor einem Plakat, dass auch von den Banken stammen könnte. ]
Die Testergebnisse waren dennoch eher erleichtert aufgenommen worden: Einige Experten hatten mit einem Kapitalbedarf zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar gerechnet. Auch die Börsen reagierten am Freitag weltweit ganz überwiegend mit Gewinnen für Finanzwerte, und US- Finanzminister Timothy Geithner hatte die Resultate als "ermutigend" bezeichnet.

Nur keine schlechten Nachrichten

Dem "Wall Street Journal" zufolge kamen aber die ursprünglichen Schlussfolgerungen den befürchteten schlechteren Resultaten nahe. Demnach setzte das Tauziehen um die Ergebnisse ein, nachdem die Fed Ende vergangenen Monats die Banken über die vorläufigen Resultate informiert hatte.

Die Spitzenmanager verschiedener Institute, darunter Bank of America, Citigroup und Wells Fargo, hätten geradezu wütend reagiert und der Notenbank Übertreibung vorgeworfen. Bank of America sei "schockiert" gewesen, als es die ursprüngliche Berechnung ihrer Kapitallücke gesehen habe: mehr als 50 Milliarden Dollar. Mindestens die Hälfte der Banken habe sich gegen die Ergebnisse gewehrt und die Fed am Ende in einigen Fällen nachgegeben, in anderen nicht.

Kleiner ist hübscher

Reklame für die Bank of America in New York (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Menr Schein als Sein? Reklame für die Bank of America in New York ]
Nach den am Donnerstag veröffentlichten Resultaten muss sich Bank of America nun 33,9 Milliarden Dollar frisches Kapital besorgen, also über 15 Milliarden weniger als nach den ursprünglich errechneten Werten. Das Kapitalloch bei Wells Fargo schrumpfte nach Berücksichtigung verschiedener "Faktoren" auf 13,7 Milliarden Dollar, nachdem es zuvor mit 17,3 Milliarden beziffert worden war, schrieb die Zeitung unter Berfung auf ein staatliches Dokument weiter.

Auch Citigroup, SunTrust und Fifth Third Bancorp gehören demnach zu den Banken, die ihren Kapitalbedarf erfolgreich herunterhandelten.

Hintergrund:

Banken- und Finanzmarktkrise (Foto: picture-alliance/ dpa)
Weitere Meldungen Teststress durch Stresstests Die Aufsichtsbehörden nahmen 19 US-Großbanken unter die Lupe. [mehr]
Stand: 10.05.2009 10:10 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW