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30.05.2012

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Wirtschaft
Proteste in Athen
Ausschreitungen bei Protesten in Athen
Streiks legen Griechenland lahm

Ausschreitungen bei Protesten in Athen

Die Massenproteste gegen den Sparkurs der griechischen Regierung sind von heftigen Ausschreitungen begleitet worden. Die Polizei setzte in der Hauptstadt Athen Tränengas, Schlagstöcke und Blendgranaten gegen Demonstranten ein. Protestteilnehmer warfen mit Molotow-Cocktails und Steinen, beschädigten Bushaltestellen und setzten Mülleimer in Brand. Der zentrale Syndagma-Platz am Parlament war zeitweise nahezu komplett von Rauch überzogen. Demonstranten flüchteten sich in die Seitenstraßen. Nach Polizeiangaben wurden zwei Polizisten und fünf Zivilisten verletzt. Sicherheitskräfte nahmen vier Demonstranten fest.

Zu den Ausschreitungen kam es während einer großen Demonstration gegen das Sparprogramm der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou, an der sich nach Polizeiangaben etwa 35.000 Menschen beteiligten. Zudem legten landesweite Streiks Griechenland weitgehend lahm. Es ist der elfte landesweite Streik seit Einführung der ersten Sparmaßnahmen vor 13 Monaten.

Bilder:

Ausschreitungen in Athen (Foto: dpa)
Bilderstrecke Ausschreitungen in Athen Bei Protesten gegen das Sparpaket der Regierung haben sich Demonstranten und Polizisten Straßenschlachten geliefert. [mehr]

Fährverbindungen auf die griechischen Inseln, Eisenbahnen und ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt Athen kamen zum Erliegen. Zudem wurde der Luftverkehr für vier Stunden lahmgelegt, weil die Fluglotsen die Arbeit niederlegten. Die Fluglinien Olympic Airways und Aegean strichen Dutzende Inlandsverbindungen.

Ausschreitungen in Athen (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Einige Demonstranten griffen die Polizisten an.]
Ausschreitungen in Athen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Randalierer warfen Steine und Brandsätze.]
 

Eingeschränkt war auch der Betrieb in Krankenhäusern, Schulen und Behörden. Dem Streik schloss sich auch die Journalistengewerkschaft an, so dass Radio- und Fernsehnachrichten ausfielen. Zu dem Streik aufgerufen hatten die größte Gewerkschaft für den Privatsektor, GSEE, und die Gewerkschaft für den Öffentlichen Dienst, ADEDY.

Geschlossene Bank in Athen (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Viele Banken wie diese Filiale in Athen blieben während des Generalstreiks geschlossen. ]

Sparkurs gegen internationale Hilfe

Das hoch verschuldete Griechenland hatte sich als Bedingung für die internationalen Milliardenhilfen zu einem harten Sparkurs verpflichtet. Dazu gehören Kürzungen der öffentlichen Ausgaben, der Löhne und Renten sowie Steuererhöhungen. Dagegen hatten die Griechen im vergangenen Jahr bereits mit Streiks und Arbeitsniederlegungen protestiert. Bislang hat Griechenland 38 Milliarden Euro aus dem 110-Milliarden-Euro-Rettungspaket von EU und IWF erhalten. Im März soll die vierte Rate über weitere 15 Milliarden Euro ausgezahlt werden.

Stand: 23.02.2011 17:18 Uhr
 

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