Absperrgurt mit Lufthansa Logo mit "Streik"-Button.  | Bildquelle: imago/Ralph Peters

Lufthansa-Pilotenstreik Sechster Tag am Boden

Stand: 30.11.2016 10:56 Uhr

Die Pilotenstreiks bei der Lufthansa gehen in die nächste Runde. Nach Angaben der Airline sind für heute 890 Verbindungen mit 98.000 Passagieren gestrichen. Am Donnerstag sollen aber fast alle Flüge planmäßig starten.

Reisende der Lufthansa müssen auch heute wieder mit Flugausfällen rechnen. Es ist inzwischen der sechste Streiktag innerhalb von anderthalb Wochen. Die Piloten bestreiken Flüge auf Kurz- und Langstrecken, nach Angaben der Airline sind 890 Verbindungen mit 98.000 Passagieren betroffen. Flüge der Töchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti sollen aber wie geplant stattfinden.

Am Donnerstag will die Lufthansa aber fast alle Flüge planmäßig bedienen. 40 Flüge müssten jedoch wegen der vorhergehenden Streiktage ausfallen, teilte die Fluggesellschaft via Twitter mit.

Gegendemonstration des Bodenpersonals

Die Lufthansa hatte am Montagabend ihren Versuch aufgegeben, die Ausstände noch vor Gericht stoppen zu wollen. Ob es bald zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommt, blieb zunächst offen. Weitere Streiks sind nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) jederzeit mit einem Vorlauf von 24 Stunden möglich.

In dem zugespitzten Arbeitskampf kommt es nun auch zu einem öffentlichen Kräftemessen zwischen den streikenden Piloten und Teilen der übrigen Belegschaft. Für heute haben sowohl die VC als auch der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals zu entgegengesetzten Demonstrationen vor der Lufthansa-Unternehmenszentrale aufgerufen.

Kosten des Streiks: 15 Millionen Euro pro Tag

Die Streiks kosten den Lufthansa-Konzern offenbar mittlerweile Millionen. Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf Unternehmenskreise und Kreise der Vereinigung Cockpit. Demnach lägen die Kosten des Pilotenstreiks bei rund 15 Millionen Euro pro Tag. Der vergangene Woche begonnene Ausstand habe damit schon Kosten von rund 75 Millionen Euro verursacht. Im Dezember könnte der Piloten-Streik bei Lufthansa enden. Dafür könnten die Piloten bei Germanwings in den Ausstand treten.

Worum geht es hier?

Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit streiten im Moment um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings. Die VC verlangt für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017. Lufthansa hatte für einen noch längeren Zeitraum 2,5 Prozent angeboten. Bei der Lösung weiterer offener Tariffragen lautete die Offerte 4,4 Prozent plus einer Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern.

Ein weiteres strittiges Thema: Die Übergangsversorgung. Man habe mit der Lufthansa erste Verhandlungstermine vereinbart, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. Scheitern auch diese Gespräche, wären für dieses Thema neue Streiks möglich, weil bereits eine Urabstimmung der VC-Mitglieder dazu vorliegt. Es sei auch falsch, dass die VC Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen des Konzerns im Zusammenhang mit dem Ausbau des Billigangebots nehmen wolle. "Wir wollen die Eurowings nicht verhindern", sagte Handwerg.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 30. November 2016 um 05:30 Uhr.

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