BMW-Mitarbeiter in Berlin während eines Warnstreiks der IG Metall. | Bildquelle: REUTERS

Tarifstreit IG Metall bestreikt Autobauer

Stand: 02.02.2018 11:17 Uhr

Die Warnstreiks der IG Metall erreichen am dritten Tag ihren Höhepunkt: In Süddeutschland stehen bei den Autobauern die Bänder still. Im Norden lassen die Mitarbeiter von Airbus die Arbeit ruhen.

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie nimmt die Gewerkschaft IG Metall am dritten Tag der Ausstände vor allem den Norden und Süden Deutschlands ins Visier.

In Bayern ließen seit Mitternacht ließen etwa 7000 Beschäftigte bei BMW in München die Arbeit ruhen. "Das ganze Stammwerk steht still", sagte der Gewerkschaftssprecher Horst Lischka. Im größten deutschen BMW-Werk in Dingolfing beteiligten sich 13.700 Beschäftigte ab 5.00 Uhr morgens am Ausstand. "1600 Autos können heute nicht gebaut werden", umschrieb Robert Grashei von der IG Metall die Lage.

Ganztägige Warnstreiks in der Metallindustrie
tagesschau 20:00 Uhr, 02.02.2018, Jenni Rieger, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Auch die Audi-Beschäftigten in Ingolstadt und Münchsmünster machten am frühen Morgen die Werkstore dicht und stellten die Produktion ein. Bereits am Donnerstag hatten in Bayern rund 23.000 Arbeitnehmer gestreikt, vor allem in der Zulieferindustrie.

In Berlin schlossen sich 2500 Metall des Mercedes-Benz-Werks in Marienfelde und 2000 Mitarbeiter des BMW-Motorradwerks in Spandau an.

In Baden-Württemberg trafen die Streiks vor allem Daimler, Porsche und Mercedes. "Im Daimler-Werk in Sindelfingen sind alle Zufahrtstore mit Streikposten besetzt", sagte die örtliche Gewerkschaftssprecherin Rebekka Henschel. Im Daimler-Werk Untertürkheim und im Porsche-Werk Zuffenhausen habe sich die komplette Nachtschicht an den Warnstreiks beteiligt.

Die Forderung der IG-Metall in der Tarifrunde nach 6 Prozent mehr Lohn steht bei einem Warnstreik auf einer Feuertonne. | Bildquelle: dpa
galerie

Die Münchener Metaller brennen für die Sachen: Ihre Lohnforderung erleuchtet auf einer Feuertonne.

Werkstore dicht, Produktion eingestellt

Im Norden legten die Beschäftigten des Flugzeugbauers Airbus die Arbeit nieder: Mehrere Werke in Hamburg, Bremen und Niedersachsen traten in den Ausstand, auch mehrere Zulieferer beteiligten sich an den Streiks. Auf den Werften TKMS in Kiel, Neptun und Caterpillar in Rostock und Meyer in Papenburg hatte die IG Metall insgesamt 30.000 Mitarbeiter ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen.

Insgesamt erwartet die Gewerkschaft, dass sich bis zu 300.000 Beschäftigte der Metallindustrie am Freitag an den Streiks beteiligen. Am Mittwoch und Donnerstag hatten mehr als 100.000 Beschäftigte in rund 100 Betrieben die Arbeit eingestellt, um im Tarifkonflikt mit den Arbeitgebern Druck aufzubauen.

In mehreren Bundesländern hatten die Arbeitgeber Klagen gegen die 24-stündigen Warnstreiks eingereicht. Die Streiks am Donnerstag hatten insbesondere das Bundesland Nordrhein-Westfalen getroffen. Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber in NRW, beklagte einen erheblichen Schaden, der den Unternehmen durch die bisherigen Aktionen bereits entstanden sei. Er bezeichnete die 24-stündigen Streiks als "völlig ungerechtfertigte Eskalation" im laufenden Verhandlungsprozess.

Beschäftige des Flugzeugbauers Airbus beteiligen sich an den Warnstreiks der IG Metall. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Im Hamburger Werk des Flugzeugbauers Airbus ruhte die Arbeit.

Knackpunkt der Verhandlungen: Arbeitszeitverkürzung

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber haben annähernd drei Prozent geboten. Knackpunkt der Tarifrunde ist die Forderung der Gewerkschaft, dass jeder Beschäftigte seine Arbeitszeit von 35 auf 28 Stunden verkürzen können soll - mit teilweisem Lohnausgleich für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.

Die Arbeitgeber halten dies für illegal. Die Forderung nach kürzerer Arbeitszeit passe "politisch überhaupt nicht in die Zeit", sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Rainer Dulger. Sie drohe vielmehr den Fachkräftemangel weiter zu verschärfen. Der geforderte Lohnausgleich sei ungerecht. "Wir können einer solchen Forderung nicht zustimmen", sagte Dulger. Er signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft: "Wir wollen zurück an den Verhandlungstisch", sagte Dulger.

Der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Knut Giesler drohte hingegen mit einer weiteren Eskalation. "Die Arbeitgeber sollten erkennen, dass sie gegenüber ihrem letzten Angebot deutlich nachlegen müssen. Dann können die Verhandlungen am kommenden Montag fortgesetzt werden", sagte er. Sollte dies nicht geschehen, sei die IG Metall zur Ausweitung von ganztägigen Warnstreiks oder für eine Urabstimmung und flächendeckende Streiks bestens aufgestellt, so Giesler.

Die regional geführten Verhandlungen könnten frühestens am Montag in der dann sechsten Runde in Baden-Württemberg fortgesetzt werden. Man habe bereits Räume in Stuttgart für weitere Verhandlungen angemietet, ließ die IG Metall Baden-Württemberg wissen. Ein Abschluss hätte Signalwirkung für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche, darunter rund 700 000 Metaller in Nordrhein-Westfalen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Februar 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: