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Warnstreik des Sicherheitspersonals
Zehntausende Passagiere bleiben am Boden
Das Sicherheitspersonal auf den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg ist am frühen Morgen erneut - wie angekündigt - in den Streik getreten. Es folgte damit dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di, um in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen.
In Düsseldorf beteiligten sich etwa 400 Beschäftigte an dem Arbeitskampf. Die Fluggesellschaften annullierten bislang 122 Abflüge und 67 Ankünfte. Etwa 24.000 Passagiere seien vom Streik betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafens. Es werde zu erheblichen Beeinträchtigungen und Wartezeiten kommen. Demnach waren für den Tag 550 Starts und Landungen angesetzt. 48.000 Passagiere würden erwartet.
Sicherheitspersonal an den Flughäfen Hamburg und Düsseldorf tritt in Warnstreik
tagesschau 14:00 Uhr, 14.02.2013, Jens Eberl, WDR
Vom Hamburger Flughafen sollten heute laut Flugplan 17.200 Fluggäste bei 179 Abflügen starten. Auch hier wurde der Großteil der Flüge gestrichen. Da nur wenige Kontrolllinien geöffnet wurden, bildeten sich schon am frühen Morgen lange Schlangen in den Terminals. Viele Fluggäste warteten seit 3.00 Uhr früh am Flughafen in der Hoffnung, ihr Reiseziel trotz des Streiks zu erreichen. Das volle Ausmaß des Streiks dürfte sich aber erst am Vormittag zeigen, da an beiden Standorten Nachtflugverbot herrscht.
Lufthansa rät zum Umstieg auf die Bahn
Ver.di hatte den Streik angekündigt, um Passagieren die Möglichkeit zu geben, umzubuchen. Die Lufthansa forderte Reisende auf, sich rechtzeitig über die Lage an den Flughäfen zu informieren und, wenn möglich auf die Bahn umzusteigen. Die Warnstreiks sollen um 24 Uhr enden.
Ver.di will für die 34.000 Mitarbeiter der Wach- und Sicherheitsbranche in Nordrhein-Westfalen eine Erhöhung der Stundenlöhne um 2,50 bis 2,65 Euro durchsetzen. Derzeit werden 70 bis 80 Prozent der Branchenmitarbeiter nach der untersten Tarifgruppe bezahlt und erhalten einen Stundenlohn von 8,23 Euro. Das Sicherheitspersonal an Flughäfen bekomme 12,36 Euro. Für die Luftsicherheitsassistenten fordert Ver.di einen Stundenlohn von 14,50 Euro.
Positionen weit entfernt
Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hält die Forderung für "völlig überzogen". Zuletzt hatte der Verband einen Stundenlohn von 12,75 Euro ab März und 13,50 Euro ab Januar 2014 angeboten. Das hatte die Gewerkschaft abgelehnt.
Ende Januar hatten ganztägige Arbeitsniederlegungen des privaten Sicherheitspersonals zwei Tage lang für massive Flugausfälle und Verspätungen auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn gesorgt. Einen ähnlichen Ausstand hatte es zuvor am Hamburger Flughafen gegeben. Die Tarifverhandlungen brachten danach aber keine Fortschritte. Ein Sondierungsgespräch war in der vergangenen Woche ergebnislos abgebrochen worden.
Stand: 14.02.2013 07:52 Uhr
