Stiftung Warentest macht erstmals Verlust

Millionenverlust im Jahr 2012

Erstes Minus für die Stiftung Warentest

Schriftzug der Stiftung Warentest (Bildquelle: picture-alliance/ dpa)
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Die Stiftung Warentest will trotz des Verlustes keine Mitarbeiter entlassen.

Die Stiftung Warentest hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Jahr mit Verlusten abgeschlossen. Für 2012 bezifferte die Stiftung ihr Minus auf 1,2 Millionen Euro. Hauptgrund sei gewesen, dass die Verzinsung des Stiftungskapitals niedriger ausgefallen sei als erwartet.

"Wir müssen keine Mitarbeiter entlassen und werden auch nicht bei der Testarbeit sparen", betonte der Stiftungsvorstand Hubertus Primus. Er wies darauf hin, dass der Bund seine Zuwendungen als Reaktion auf den Verlust um eine halbe Million Euro pro Jahr aufgestockt habe.

Neues Lizenzsystem wird eingeführt

Zusätzliche Einnahmen erhofft sich die Stiftung zudem aus der Einführung von Lizenzgebühren. Unternehmen, die mit guten Testergebnissen ihrer Produkte werben wollen, müssen demnach ab dem 1. Juli dafür zahlen, dass sie das Logo der Stiftung Warentest verwenden dürfen. Die Lizenz kostet je nach Einsatz in verschiedenen Medien zwischen 7000 und 15.000 Euro pro Jahr. Bislang fiel nur eine Bearbeitungsgebühr von 500 Euro an. Zugleich kündigte die Stiftung Warentest umfangreiche Kontrollen und Nachtests an. Das soll unter anderem verhindern, dass Unternehmen noch mit guten Ergebnissen werben, wenn sie das Produkt längst verändert haben.

Die 1964 gegründete Stiftung Warentest machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 39,5 Millionen Euro. Die verkauften Auflagen der Zeitschriften "test" und "Finanztest" sanken zwar. Sie machen aber immer noch etwa drei Viertel der Einnahmen aus. An Bedeutung gewinnt jedoch zunehmend das Internet. Mit dem dort abrufbaren kostenpflichtigen Angeboten nahm die Stiftung 2012 rund 2,7 Millionen Euro ein.

Stand: 15.05.2013 13:01 Uhr

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