Apple-Logo | Bildquelle: REUTERS

Nach US-Steuerreform Trump feiert sich für Apple-Entscheidung

Stand: 18.01.2018 20:31 Uhr

US-Präsident Trump hat die Entscheidung Apples, den Großteil der Geldreserven zurück ins Land zu bringen, als seinen Verdienst verbucht. Doch daran gibt es auch Zweifel.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Donald Trump | Bildquelle: AP
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Präsident Trump feierte die Ankündigung von Apple.

US-Präsident Donald Trump feierte die Ankündigung von Apple: Er habe versprochen, dass Unternehmen mit der Steuerreform große Mengen an Geld wieder zurück in die USA bringen könnten. Apples Ankündigung sei eine Folge der Steuer-Senkungen.

Apple-Chef Tim Cook lobte die Steuerreform grundsätzlich im Interview mit dem Sender ABC: Er glaube, dass die Steuersenkungen für Unternehmen zu neuen Jobs und einer schneller wachsenden Wirtschaft führen.

Cook hatte die bisherigen Steuergesetze immer kritisiert. Das Unternehmen hat über 250 Milliarden Dollar außerhalb der USA geparkt. Einen Teil davon will das Unternehmen jetzt zurückholen - wieviel, ist unklar. Erwartet wird, dass Apple rund 38 Milliarden Dollar Steuern dafür zahlen wird. Cook sagte, man wolle dem Land etwas zurückgeben.

Apple will Auslandsgeld in die USA holen
tagesschau 20:00 uhr, 18.01.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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Investitionsprogramm für die USA

Tim Cook | Bildquelle: AFP
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Apple-Chef Tim Cook lobte die Steuerreform grundsätzlich.

Zusätzlich legte Apple ein Investitionsprogramm für die USA auf. Das ist 30 Milliarden Dollar schwer. Cook sagte, große Teile seien eine Folge der Steuerreform, aber andere große Teile hätten sie in jeder Situation getan.

Der Analyst James Cordwell erklärte, das Investitionsprogramm erleichtere es Apple, mehr Geld an seine Anleger zu geben. Einfach nur das Geld zu verteilen, hätte politische Probleme bereiten können.

Auch der Analyst Gene Munster geht davon aus, dass Apple in erster Linie an seine Anleger denken wird. Für Investitionen wie eine zweite Unternehmenszentrale gebe es andere Gründe als die Steuerreform, sagte er NPR: "Apple hat herausgefunden, dass die Leute wirklich mit Technikern reden wollen, die im gleichen Land sind. Die USA sind der wichtigste Markt für Apple, darum will das Unternehmen das möglich machen."

Dauerhafte Steuersenkungen für Unternehmen

Die Steuerreform von Präsident Trump und seinen Republikanern senkt die Steuern auf breiter Front, vor allem aber für Unternehmen. Die Steuersenkungen für Unternehmen sind dauerhaft, die für Privathaushalte befristet. Zahlreiche US-Konzerne hatten bereits angekündigt, dass sie auf die Steuersenkungen reagieren werden - zum Beispiel mit Investitionsprogrammen.

Viele Unternehmen zahlen ihren Angestellten einmalige Boni von 1000 Dollar: Der Telefonkonzern AT&T zum Beispiel, der Kabelbetreiber Comcast oder die Fluggesellschaft JetBlue. Der weltgrößte Einzelhändler Walmart kündigte an, er werde wegen der Steuersenkungen seinen Mindestlohn auf elf Dollar anheben. Auch hier ist offen, ob die Steuersenkungen der einzige Grund sind: Der wichtige Konkurrent Target hatte seinen Mindestlohn nämlich bereits im vergangenen Jahr angehoben. Die niedrige Arbeitslosenquote erschwert es den Unternehmen zunehmend, Arbeitskräfte zu finden.

Walmart-Filiale in den USA.
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Der weltgrößte Einzelhändler Walmart kündigte an, er werde wegen der Steuersenkungen seinen Mindestlohn auf elf Dollar anheben.

"Alles wegen Trump"

So fallen die Bewertungen der Steuersenkungen durchaus unterschiedlich aus. Das wurde im Streitgespräch von Fox News-Moderator Sean Hannity mit Austin Goolsbee deutlich. Goolsbee war Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama. Hannity ist erklärter Fan von Präsident Trump. Hannity sagte: "Jeder Bonus, jeder Dollar, der zurückkommt, jeder Dollar für eine neue Fabrik - alles wegen Trump, weil euer Typ versagt hat." Goolsbee antwortete: "Bitte. Donald Trump hat eine ordentliche Wirtschaft, etwas schlechter als das letzte Obama-Jahr. Apple hat mehr als 200 Milliarden Dollar Gewinn nach Steuern. Weniger als ein Tausendstel davon geben sie an ihre Mitarbeiter."

Die Trump-Kritiker sagen: Während die Unternehmen von den Steuersenkungen profitieren, erhöhen sie das Defizit. Das bedrohe die Sozialprogramme. Trump-Befürworter sagen, die angekündigten Investitionen werden für mehr Jobs sorgen - und Leute aus den Sozialprogrammen herausführen.

Nicht nur Apple, auch andere US-Unternehmen reagieren auf Steuerreform
Jan Bösche, ARD Washington
18.01.2018 18:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2018 um 20:00 Uhr.

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