Mit Geldschein-Imitaten demonstrieren Senioren in Athen gegen Rentenkürzungen | Bildquelle: REUTERS

Steuererhöhungen im neuen Jahr Griechen tief enttäuscht von Tsipras

Stand: 02.01.2017 12:01 Uhr

Die Griechen müssen im neuen Jahr tiefer in die Tasche greifen, denn die Regierung hat die Steuer für viele Waren deutlich erhöht. Der Popularität von Ministerpräsident Tsipras ist dies nicht gerade zuträglich, seine Regierung verliert zunehmend an Rückhalt.

Ob bei Kaffee, Zigaretten oder Kraftstoff - das neue Jahr bringt für die Menschen in Griechenland zahlreiche Steuererhöhungen mit sich. Griechische Medien veröffentlichten lange Listen, was auf die Verbraucher 2017 zukommt. Der pleitebedrohte griechische Staat will mit den Maßnahmen in diesem Jahr rund 2,45 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen.

Wer in Griechenland tanken geht, zahlt demnach künftig drei Cent mehr Steuern pro Liter Benzin - eine Erhöhung von 67 auf 70 Cent. Der Steueranteil bei Diesel steigt um acht Cent. Am stärksten betroffen sind jedoch Autofahrer, die auf Erdgas gesetzt haben: Hier liegt der Steueranteil künftig um zehn Cent höher - bei 0,43 Euro pro Liter.

Preise in Griechenland steigen deutlich an
tagesschau24 11:00 Uhr, 02.01.2017, Ellen Trapp, ARD Rom

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Auch Raucher und Kaffeetrinker müssen tiefer in die Tasche greifen: Ein Kilo Tabak kostet künftig mit 170 Euro fast zehn Prozent mehr, und auch die Flüssigkeit für E-Zigaretten ist von der Steuererhöhung nicht ausgenommen. Beim Kaffee soll der Kilopreis um zwei bis drei Euro steigen; im Café wären das pro Tasse griechischen Medien zufolge zehn bis 20 Cent mehr.

Zudem erhöhen sich die Steuern auf Telefonie, und zwar um fünf Prozent bei Festnetzanschlüssen. Das Gros der angestrebten Mehreinnahmen will der Staat jedoch von Landwirten, Hausbesitzern, Rentnern und Selbstständigen holen. Mit Rentenkürzungen und höherer Besteuerung soll diese Gruppe dem Staat rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich bringen.

"Wirtschaftliche Lage schlecht"

ARD-Korrespondentin Ellen Trapp betont, fast alle Bürger seien von den Steuererhöhungen betroffen. Die wirtschaftliche Lage vieler Menschen sei schlecht, die Armut groß. Mittlerweile seien viele Griechen von Ministerpräsident Alexis Tsipras sehr enttäuscht. Seine Regierung sei in den Umfragen im Sinkflug. Daher rechneten viele Beobachter noch in diesem Jahr mit Neuwahlen.

Ellen Trapp, ARD Rom, zur Preissteigerung in Griechenland
tagesschau24 11:00 Uhr, 02.01.2017

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Januar 2017 um 11:00 Uhr.

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