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August mit Rekordwert
Dickes Plus im Steuersäckel
Das Bundesfinanzministerium hat in seinem Monatsbericht für August einen Rekordwert ausgewiesen. Die Steuereinnahmen des Staates stiegen so stark wie seit etwa eineinhalb Jahren nicht mehr. Bund und Länder nahmen demnach 12,8 Prozent mehr Steuern ein als im Vorjahresmonat. Das ist der höchste Zuwachs seit März vergangenen Jahres.
Der Bund verbuchte im August ein Steuerplus von 10,5 Prozent. Die Länder nahmen mit einem Zuwachs von 13,5 Prozent noch mehr ein. Zu dem Ergebnis trugen neben Unternehmenssteuern insbesondere die Lohnsteuern bei, die durch Beschäftigungs- und Einkommenszuwachs entsprechend hoch waren: fast zwölf Milliarden Euro - ein Plus von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. Die Umsatzsteuern brachten mit 16,7 Milliarden Euro 4,1 Prozent mehr ein.
Als Gründe für dieses Ergebnis listet das Ministerium Sondereffekte, die noch gute Konjunktur sowie eine positive Beschäftigungslage auf.
Jahreseinnahmen über Schätzerniveau
Auch im bisherigen Jahresverlauf liegen Bund und Länder mit ihren Steuereinnahmen mittlerweile deutlich vor den Erwartungen. Von Januar bis August verbuchten sie 5,8 Prozent mehr Einnahmen als im gleichen Vorjahreszeitraum und kommen so auf zusammen 352,6 Milliarden Euro. Die jüngste Steuerschätzung hatte für das Gesamtjahr 2012 lediglich einen Zuwachs von vier Prozent vorhergesagt. Die nächste Steuerschätzung erfolgt im November.
Höhere Ausgaben und noch höhere Einnahmen
Die anhaltend gute Entwicklung der Einnhamen schlägt sich dem Bericht zufolge auch in den öffentlichen Haushalten nieder. Zwar erhöhten sich von Januar bis Juli die Ausgaben der Bundesländer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozent, aber die Einnahmen legten um 2,4 Prozent zu.
Das Defizit der Länder betrug damit Ende Juli rund 4,6 Milliarden Euro und unterschritt den Vorjahreswert um fast zwei Milliarden Euro. Die Planungen der Länder für 2012 sehen derzeit noch ein Finanzierungsdefizit von rund 14,9 Milliarden Euro vor.
Langsameres Wachstum entschleunigt Trend
Für den weiteren Jahresverlauf erwartet das Ministerium allerdings ein langsameres Wirtschaftswachstum, was sich irgendwann auch in den Steuereinnamen niederschlagen würde.
Die schwächere Weltkonjunktur spreche für eine Belastung der konjunkturellen Entwicklung Deutschlands in den nächsten Monaten. "Der private Konsum dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte Wachstumsstütze bleiben", hofft das Ministerium. Dafür sprächen steigende Einkommen und der stabile Arbeitsmarkt.
Stand: 21.09.2012 05:23 Uhr
