Wand mit Stellenanzeigen | Bildquelle: dpa

Rekord bei freien Jobs Mehr offene Stellen als je zuvor

Stand: 30.04.2018 13:52 Uhr

Für Betriebe wird es immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Viele Jobs bleiben zumindest zeitweise unbesetzt. Die Zahl offener Stellen hat inzwischen einen Rekordwert erreicht.

Die Zahl der freien Stellen hat in Deutschland einen neuen Rekordwert erreichen. Im ersten Quartal seien 1,190 Millionen Jobs unbesetzt gewesen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Es gehört zur Bundesagentur für Arbeit. Der bisherige Spitzenwert des Schlussquartals 2017 wurde damit um 7000 Stellen übertroffen. Im Vergleich mit den Vorjahreszahlen verzeichneten die Arbeitsmarktforscher sogar einen Anstieg um 126.000 offene Stellen.

Vor allem westdeutsche Betriebe schaffen Jobs

Logo der Bundesagentur für Arbeit | Bildquelle: dpa
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Das IAB erfasst nicht nur die offenen Stellen, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind.

Den IAB-Forschern zufolge ist eine Trendwende derzeit nicht in Sicht. Jobmotoren auf dem Arbeitsmarkt sind demnach vor allem westdeutsche Betriebe. Sie suchten im ersten Quartal für 930.000 freie Stellen neues Personal. In Ostdeutschland waren 260.000 Arbeitsplätze unbesetzt. Firmen suchen dabei ganz unabhängig von der Betriebsgröße nach qualifizierten Mitarbeitern. Den größten Bedarf hatten zuletzt Kleinbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten.

Die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben Unternehmens- und Steuerberater, Architekten, Marktforscher, Werbefachleute und IT-Experten, die unter dem Sammelbegriff "qualifizierte Unternehmensdienstleister" zusammengefasst sind. In dieser Gruppe erfasste das IAB im ersten Quartal 327.000 freien Stellen, gefolgt von anderen Dienstleistungsberufen mit 296.000 offenen Jobs und Beschäftigten in der Industrie (163.000 freie Stellen).

Suche nach Mitarbeitern wird schwieriger

Die Arbeitsmarktforscher teilten mit, dass es für Unternehmen immer problematischer werde, die passenden Mitarbeiter zu finden. So sei im Jahr 2017 bei knapp 43 Prozent der neu besetzten Stellen die Mitarbeitersuche mit Schwierigkeiten verbunden gewesen. Allerdings verkürzte sich die durchschnittliche Dauer bei der Neubesetzung einer Stelle im vergangenen Jahr auf 55 Tage. 2016 hatte dieser Wert noch bei 59 Tagen gelegen.

Arbeitslosigkeit im April gesunken

Das IAB untersucht mit der Erhebung, die auf einer Betriebsbefragung basiert, viermal jährlich das gesamte Stellenangebot. In den Zahlen sind somit auch Arbeitsplätze enthalten, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Dank der guten Konjunktur sank die Zahl der Arbeitslosen im April auf 2,38 Millionen, den zweitniedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. April 2018 um 12:00 Uhr und 20:00 Uhr.

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