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20.03.2010

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Wirtschaft
Peer Steinbrück
Schweiz: Minister gibt aus Protest Mercedes zurück
Eidgenossen noch immer wegen Steinbrück verschnupft

Schweizer Minister gibt aus Protest Mercedes zurück

Die Attacken von Finanzministers Peer Steinbrück auf die Schweiz und ihr Bankgeheimnis schlagen bei den Nachbarn weiter hohe Wogen. Der Schweizer Verteidigungsminister Ueli Maurer reagierte jetzt mit einer ganz persönlichen Protestaktion: Er gab seinen Mercedes-Benz-Dienstwagen zurück. Statt mit der deutschen Luxuskarosse lasse sich der Minister jetzt mit einem französischen Renault Espace chauffieren, erklärte das Verteidigungsministerium, das damit einen Bericht der "SonntagsZeitung" bestätigte. Maurer sehe darin einen kleinen persönlichen Protest gegen die deutschen Verbalattacken, heißt es in dem Blatt. Als Dienstwagen für Privatfahrten benutzt Maurer übrigens nach wie vor seinen Subaru, ein japanisches Fabrikat.

Kein Treffen mit Steinbrück

Hans Rudolf Merz  (Foto: picture-alliance / dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Hans Rudolf Merz: Als Bundespräsident um diplomatische Gelassenheit bemüht, als Finanzminister nicht ganz so gelassen ]
Der Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz zeigte sich einerseits unbeeindruckt von den Angriffen Steinbrücks: "Er ist nicht repräsentativ für sein ganzes Land", sagte Merz in einem Interview mit dem "Sonntags-Blick". Merz, der gleichzeitig Finanzminister der Schweiz ist, schlug aber ein Treffen mit Steinbrück vor dem G-20-Gipfel am 2. April aus. Er fügte jedoch hinzu, hinzu, er plane bis dahin keine Auslandreisen mehr.

Steinbrück hatte am Freitag in Brüssel seine Bereitschaft zu einem baldigen Treffen mit Merz signalisiert. Wenn Steinbrück glaube, dass er mit seinen Anwürfen etwas herausholen könne, täusche er sich gewaltig, so Merz. "Wenn er mich treffen möchte, bin ich dazu bereit. Bisher habe ich jedoch keinen Anruf erhalten", sagte Merz. "Wenn Deutschland etwas von uns will, dann erwarte ich, dass man sich meldet."

Für Beobachter kommt das einem harten Protest gegen Steinbrück gleich, der den Schweizer Bundesrat zuletzt als "aufgescheuchte Indianer" bezeichnet hatte. Beim Treffen der G20-Finanzminister hatte er dem Vernehmen nach gesagt, die Schwarze Liste von Steueroasen sei "die siebte Kavallerie in Fort Yuma, die man auch ausreiten lassen kann". Sie müsse aber nicht unbedingt ausrücken: "Die Indianer müssen nur wissen, dass es sie gibt."

"Wir Havasupai hinterziehen keine Steuern"

Auch Don Watahomigie, Häuptling der Havasupai-Indianer in Arizona, sprach in einem Interview mit der Zeitung "Sonntag" über die Äußerungen Steinbrücks. "Der deutsche Politiker hat offenbar keine Ahnung, wovon er spricht." Zum Indianer-Vergleich sagte er: "Wir Havasupai hinterziehen keine Steuern, und wir helfen niemandem, das zu tun. Was der Deutsche sagt, ist eine Beleidigung mitten ins Gesicht der Ureinwohner Amerikas."

Stand: 22.03.2009 14:22 Uhr
 

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