Ein Stahlarbeiter vor einem Hochofen | Bildquelle: dpa

thyssenkrupp und Tata Unter Druck verschmolzen

Stand: 20.09.2017 15:19 Uhr

Knapp zwei Jahre liefen die Verhandlungen, jetzt wollen sie es zusammen versuchen: thyssenkrupp und der indische Tata-Konzern planen die Fusion ihrer beiden Stahltöchter in Europa. Dadurch sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr.

Von Jens Eberl, WDR

Der neue Name ist fast ein Zungenbrecher: thyssenkrupp Tata Steel. Doch der lange Name soll für mehr Effektivität stehen, für Konkurrenzfähigkeit auf dem stark umkämpften Stahlmarkt.

thyssenkrupp Tata Steel, das neue 50:50 Joint Venture aus thyssenkrupp Steel Europe und Tata Steel Europe wird der zweitgrößte Stahlkocher in Europa nach dem Weltmarktführer Arcelor Mittal.

thyssenkrupp fusioniert mit Tata-Konzern
tagesthemen 22:20 Uhr, 20.09.2017, Demian von Osten, WDR

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Es sind Zahlen, die die Unternehmensspitze begeistern: Das neue Mega-Unternehmen käme auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro, würde gut 21 Millionen Tonnen Flachstahl erzeugen und rund 48.000 Mitarbeiter an 34 Standorten in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien beschäftigen. Hauptsitz soll in der Region Amsterdam sein. So könne man am Markt bestehen.

Massiver Stellenabbau

Die Fusion soll aber auch Synergieeffekte bringen. 400 bis 600 Millionen Euro will man einsparen und das wird auch Arbeitsplätze kosten.

Dies sind Zahlen, die die Arbeitnehmervertretungen beunruhigen: 4000 Stellen will das neue Stahlunternehmen einsparen. Jeder Fusionspartner soll 2000 Arbeitsplätze abbauen.

Es dauerte nicht lange, bis sich die IG Metall zu Wort meldete und öffentlich zum Schutz der Beschäftigten aufrief. Der Vorstand habe eine Absichtserklärung mit Tata unterzeichnet. Das könne er auch ohne Zustimmung des Aufsichtsrates tun, so der IG Metall-Vertreter im Kontrollgremium von thyssenkrupp Steel Europe, Detlef Wetzel. "Herrn Hiesinger muss aber klar sein, dass er am Ende für die Umsetzung einer Fusion die Zustimmung des Aufsichtsrates braucht." Es müssten jetzt alle Fakten auf den Tisch kommen. "Wir wollen Sicherheit mit Blick auf die Risiken. Wir fordern Garantien für die Beschäftigten. Wenn das nicht passiert, dann wird das nichts."

Am Ende muss der Aufsichtsrat über die Fusion entscheiden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben in dem Gremium die gleiche Anzahl von Stimmen. Käme es zu einer Pattsituation, würde die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Lehner doppelt zählen; er könnte also die Arbeitnehmer überstimmen. So etwas hat es aber in der Geschichte von thyssenkrupp noch nie gegeben.

300.000 Beschäftigte arbeiten in Europa in Stahlunternehmen, mehr als 80.000 sind es in Deutschland.

Markt hart umkämpft

Der Geschäftsführer des arbeitgebernahen Institutes der Deutschen Wirtschaft in Köln, Hubertus Bardt, hält die Fusion für konsequent. Weltweit gäbe es Konsolidierungsbedarf. Es sei der Versuch eines "Befreiungsschlags in einem hart umkämpften Markt". Der Druck auf thyssenkrupp sei immens. "Das Unternehmen hat mit weltweiten Überkapazitäten zu kämpfen. Vor allem China überschwemmt den Markt mit Billigstahl. Wer stärker am Markt ist, hat bessere Überlebenschancen", führt Bardt aus. thyssenkrupp sei gut beraten, sich breiter aufzustellen. Der Zeitpunkt sei gut. "Es ist besser, sich früh auf neue Gegebenheiten einzustellen, bevor es noch schwieriger wird. Und thyssenkrupp hat ja nicht nur gute Jahre hinter sich."

Problem sei auch, dass die Produktion von Stahl in Europa deutlich teurer sei als in anderen Teilen der Welt, heißt es von dem Wirtschaftsexperten weiter: "Die Energiekosten bauen zusätzlichen Druck auf. Die Unternehmen müssen Emissionszertifikate kaufen, um Stahl produzieren zu können. Die Kosten hierfür werden steigen."

Unruhe in der Belegschaft

Eine Abstimmung über die Fusion wird es erst nach einer gegenseitigen Prüfung der Bücher beider Konzerne vermutlich Anfang kommenden Jahres geben. Der Zusammenschluss dürfte nach Prüfung der Kartellbehörden vermutlich Ende 2018 erfolgen.

Die Unruhe bei den Mitarbeitern jedenfalls steigt. Welche Arbeitsplätze bleiben, wer muss gehen? Noch ist das völlig offen. Langfristig freuen dürften sich die Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz behalten können. "Ihr Arbeitsplatz wird durch die Fusion deutlich sicherer sein als vorher", sagt Bardt.

Auch andere Optionen waren im Rennen

thyssenkrupp hat nach Angaben des Managements auch andere Optionen geprüft, darunter eine Abspaltung, einen Börsengang oder einen Verkauf des Stahlgeschäfts und sogar eine Aufspaltung des Gesamtkonzerns.

Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender ThyssenKrupp, zur Fusion
Morgenmagazin 08:00 Uhr, 20.09.2017

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"Das Joint Venture mit Tata Steel Europe ist eine Zukunftsperspektive, die nicht nur Wertsteigerung für die Aktionäre verspricht, sondern für unsere Mitarbeiter Klarheit schafft und Zehntausende von Arbeitsplätzen langfristig sichert", betont der Vorstandsvorsitzende von thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger. Als Abschied vom Stahl will er die Entscheidung nicht verstanden wissen. Der Konzern bleibe über das Joint Venture am Stahl beteiligt. "Denn im Stahl liegen unsere Wurzeln."

Eine Gruppe hat sich jedenfalls schon über die Fusionspläne gefreut. Die Anleger jubeln an der Börse. Die Aktie von Thyssen Stahl sprang nach der Ankündigung der Zusammenlegung nach oben.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 20. September 2017 um 08:00 Uhr.

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