Stahlwerker bei der Arbeit bei ThyssenKrupp aus Duisburg | Bildquelle: REUTERS

US-Strafzölle geplant USA und China streiten um Stahl

Stand: 17.02.2018 11:33 Uhr

Seit Monaten tobt der Streit um Stahl. Die USA wollen Chinas Dumpingpreise nicht mehr akzeptieren. Nachdem Trumps Regierung Strafzölle erwägt, droht die Führung in Peking nun mit Gegenmaßnahmen.

China hat für den Fall von US-Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium entschiedene Gegenmaßnahmen angekündigt. Sollte US-Präsident Donald Trump einer entsprechende Empfehlung des US-Handelsministerium folgen, werde China alle Schritte einleiten, seine eigenen Interessen zu schützen, erklärte das Handelsministerium in Peking. Konkrete Details gab das Ministerium nicht bekannt.

USA wollen heimische Produktion schützen

Damit droht der seit Monaten währende Streit um Stahl zu eskalieren. Der Hintergrund: Die Amerikaner wollen nicht mehr länger Dumpingpreise akzeptieren, mit denen vor allem China seine Überkapazitäten in den Markt drückt. Zum Schutz heimischer Hersteller erwägen die USA deshalb Zölle und Quoten für Aluminium- und Stahleinfuhren. Die Materialien spielen in den USA eine große Rolle für die Rüstungsindustrie.

In den USA mussten seit dem Jahr 2000 nach den Worten von US-Handelsminister Wilbur Ross zehn Stahlwerke schließen. Die Beschäftigung sei seit 1998 um 35 Prozent zurückgegangen.

Drei Optionen

Ross schlug drei Möglichkeiten vor, um die US-Stahlindustrie gegen Billigimporte zu schützen. Erste Option sei ein genereller Zoll auf Stahleinfuhren aus allen Ländern, der dann bei mindestens 24 Prozent liegen würde. Zweite Möglichkeit seien gezielte Zölle von mehr als 50 Prozent auf Importe aus zwölf Ländern, darunter China, Russland und Indien sowie die Türkei als einziges NATO-Land.

Deutschland, wo etwa Importe der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte seitens der US-Behörden unter Beobachtung standen, wäre davon nicht betroffen, müsste jedoch wie alle anderen Länder seine Exporte auf dem Niveau von 2017 einfrieren. Dritte Option wären gar keine Zölle, aber ein Einfrieren der Exporte aus allen Ländern bei 63 Prozent der 2017er Importe für jedes Land. Dabei könnten die Folgen auch für den europäischen Stahlmarkt beträchtlich sein, selbst wenn die Exporte in Richtung USA eher gering sind. Denn die geplanten Strafzölle könnten Stahllieferungen aus Fernost umlenken, so die Befürchtung.

Trump hat bis zum 11. April Zeit, über Beschränkungen bei der Stahleinfuhr zu befinden. Bis zum 20. April soll die Entscheidung über Aluminium-Importe fallen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Februar 2018 um 18:00 Uhr.

Darstellung: