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30.05.2012

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Axel Springer will Teile der WAZ-Gruppe kaufen
"Unverbindliches Angebot" vorgelegt

Axel Springer will Teile der WAZ-Gruppe kaufen

Eingang zur Konzernzentrale des Axel-Springer-Verlags in Berlin Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Konzern will wachsen und bietet für Teile der WAZ-Gruppe. ]
Die Axel Springer AG will Teile der WAZ-Gruppe kaufen. Eine Springer-Sprecherin bestätigte im Wesentlichen einen entsprechenden Bericht des "Manager Magazins". Der Medienkonzern bewertet die gesamte Gruppe demnach mit 1,4 Milliarden Euro. Was sich daraus für den Kaufpreis einzelner Unternehmensteile ergebe, sei noch offen.

Es sei ein "unverbindliches Angebot", betonte die Sprecherin. Es stehe unter dem Vorbehalt der Überprüfung durch das Kartellamt und einer wirtschaftlichen Prüfung des Unternehmens. Springer hat zuletzt vor allem sein Engagement im Internet und im Ausland ausgebaut - nicht jedoch im hart umkämpften deutschen Zeitungsmarkt.

Laut "Handelsblatt" möchte der Springer-Verlag die Anteile der WAZ an den großen österreichischen Boulevardzeitungen "Krone" und "Kurier" sowie weitere Auslandsbeteiligungen kaufen. Außerdem sei Springer an den WAZ-Regionalzeitungen in Braunschweig und Thüringen sowie den Frauenzeitschriften und Programmzeitschriften der Gruppe interessiert.

Grotkamp weist Springer-Offerte ab

Eine der beiden Eigentümerfamilien ließ das Angebot inzwischen zurückweisen. Petra Grotkamp, eine Tochter des WAZ-Mitbegründers Jakob Funke, ließ über einen Anwalt erklären, sie weise dies "nachdrücklich zurück". Grotkamp werde sich nicht an Transaktionen beteiligen, "welche eine Zerschlagung der WAZ-Mediengruppe oder die Veräußerung dieser Gruppe zum Inhalt oder zur Folge haben".

Erst Ende August hatte Grotkamp selbst den Mitbesitzern ein Angebot gemacht, deren Hälfte zu übernehmen. Die WAZ gehört zu jeweils 50 Prozent den Nachkommen seiner beiden Gründer: den drei Töchtern von Jakob Funke und den drei Enkelkindern von Erich Brost.

Einer der größten Verlage Europas

Die WAZ-Gruppe ist mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro einer der größten Regionalzeitungsverlage Europas. 27 Tageszeitungen erreichen eine Gesamtauflage von mehr als 2,5 Millionen Exemplaren. Hinzu kommen nach Verlagsangaben 175 Zeitschriften - neben den Programm- und Frauenzeitschriften auch eine Reihe von Fachzeitschriften - sowie 99 Anzeigenblätter. Die Gruppe ist außerdem in Österreich, Ungarn, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Albanien und Russland an Medien beteiligt. Der Essener Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben europaweit ungefähr 15.000 Menschen.

Stand: 30.09.2011 19:31 Uhr
 

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