Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

23.02.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.EinsExtra Aktuell
    09:00 - 20:00 Uhr
  • VideoLivestream.tagesschau 10:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 04:55 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
Hacker knacken Sonys Online-Plattform
Daten von 77 Millionen PlayStation-Nutzern gestohlen
Hacker knacken Sonys Online-Plattform

Daten von PlayStation-Nutzern gestohlen

Bei einem Hackerangriff sind nach Angaben des Elektronikkonzerns Sony die persönlichen Daten von etwa 77 Millionen Nutzern der Spielkonsole PlayStation gestohlen worden. Betroffen seien Kunden, die sich für die Plattform PlayStation Network registriert hatten, über die PlayStation-Besitzer Spiele und Erweiterungen im Internet kaufen können.

PlayStation Network ist seit einer Woche nicht erreichbar. Nach Angaben von Sony wurde die Plattform abgeschaltet, um weitere Sicherheitslücken zu vermeiden. Derzeit werde an verbesserten Sicherheitsmaßnahmen gearbeitet. "Wir patchen nicht nur irgendwelche Lücken, sondern bauen eine komplett neue Sicherheitsstruktur", sagte Sony-Sprecher Guido Alt der Nachrichtenagentur dpa. "Das kostet natürlich Zeit." Er bezeichnete den Diebstahl als "gezielten Angriff von außen" in einer "kriminellen Dimension". Der Angriff auf die Systeme fand laut Sony zwischen dem 17. und 19. April statt. Auch Sonys Musik- und Video-On-Demand-Service Qriocity sei betroffen gewesen. Viele Kunden äußerten ihre Wut im Internet. Kritisiert wurde unter anderem, dass die Aktion nicht sofort publik gemacht wurde.

Möglicherweise Kreditkarteninformationen gestohlen

Controller der Sony Playstation 3 (Archiv) (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Controller der Sony Playstation 3 (Archiv) ]
Die Täter verschafften sich wahrscheinlich Zugriff zu Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und anderen Informationen, die die Kunden bei der Registrierung angegeben hatten, teilte Sony mit. Zwar gebe es keine Hinweise, dass auch Kreditkartendaten gestohlen worden seien, dies könne aber auch nicht ausgeschlossen werden. Registrierte Nutzer sollten deshalb besonders aufmerksam sein: "Um sich vor möglichem Identitätsdiebstahl oder finanziellem Verlust zu wappnen, bestärken wir Sie, Ihre Kontoaktivitäten wachsam zu überprüfen und sämtliche Kontoauszüge zu überwachen." Der ARD-Computerexperte Jörg Schieb rät aber auch dazu, Passwörter zu ändern - vor allem, wenn sie auch noch an anderen Stellen genutzt werden.

Trotz des Datendiebstahls müssen sich Kreditkarteninhaber nach Einschätzung von Banken keine allzu großen Sorgen machen. Für etwaige Schäden aus einer möglichen Manipulation in diesem Zusammenhang müssten die Inhaber nicht haften, teilte der Zentrale Kreditausschuss, ein Zusammenschluss der Verbände von Privatbanken, Sparkassen, Landesbanken sowie Volks- und Raiffeisenbanken, mit. Noch stehe zudem nicht fest, ob im Fall Sony Kreditkartendaten tatsächlich abhandengekommen seien, sagte ein Sprecher. Potenziell betroffene Kunden sollten ihre Abrechnungen sorgfältig prüfen und bei Unstimmigkeiten unmittelbar das Institut informieren, das die entsprechende Karte ausgegeben hat. Ähnlich äußerten sich auch die Kreditkartenanbieter: Die Bank werde, sobald sie informiert sei, entscheiden, ob die Karte gesperrt und ausgetauscht werden müsse, sagte der Sprecher von MasterCard Deutschland, Thorsten Klein. "Kunden müssen sich keine übergroßen Sorgen machen."

Kunden aus 59 Staaten betroffen

Sony teilte mit, der Dienst könne innerhalb einer Woche wieder hergestellt werden. Das Online-Netzwerk wurde im Herbst 2006 eingeführt und bietet Konsolen-Besitzern neben Spielen auch Musik oder Filme. Zudem können die Nutzer bei verschiedenen Spielen gegeneinander antreten. Von den Mitte März gezählten 77 Millionen Kunden stammen 90 Prozent aus den USA und Europa. Insgesamt kommen die registrierten Nutzer laut Sony aus 59 Staaten.

Sony trifft der Hackerangriff an einer empfindlichen Stelle. Obwohl der Hardware- und Software-Umsatz mit Video-Spielen zuletzt weltweit zurückgegangen ist, bleibt die PlayStation ein wichtiger Gewinnbringer und eines der prestigeträchtigsten Produkte von Sony. Die Videospiele sollen auch genutzt werden, um Kunden für den ersten Tablet-Computer des Konzerns zu begeistern, der gerade erst vorgestellt wurde. Mit dem Verkauf des neuen Produkts soll noch im Jahresverlauf begonnen werden.

Gruppe Anonymous: "Wir waren es nicht"

Das lose Hacker-Netzwerk "Anonymous" teilte in seinem Blog mit: "Wir waren es nicht". "Anonymous" hatte 2010 Angriffe auf Finanzunternehmen, die die Konten der Enthüllungsplattform WikiLeaks gesperrt hatten, organisiert. Laut der IT-Website ZDNet hatte "Anonymous" Anfang April mit Angriffen gedroht. Grund dafür war, dass Sony juristisch gegen einen Hacker vorgeht, der gegen Sonys Willen Software zum Modifizieren der PlayStation veröffentlicht.

Stand: 27.04.2011 13:31 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW