Seitenueberschrift

Bilanz für abgelaufenes Geschäftsjahr

Sony macht so große Verluste wie noch nie

Sony
galerie

Wie geht es mit Sony weiter? Der Blick auf das vergangene Geschäftsjahr zeigt jedenfalls vor allem tiefrote Zahlen.

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat die höchsten Verluste seiner Unternehmensgeschichte gemacht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stand unter dem Strich ein Rekordverlust von rund 457 Milliarden Yen (4,3 Mrd Euro), eine Verschlechterung zum Vorjahr um gut 197 Milliarden Yen. Im April war allerdings noch ein größerer Fehlbetrag erwartet worden. Der Umsatz sank um 9,6 Prozent auf 6,5 Billionen Yen.

Sony führte sein schlechtes Abschneiden unter anderem auf die Yen-Stärke, die Naturkatastrophen in Japan und Thailand und die schlechte Lage in etablierten Märkten zurück. Die jahrelange Verlustserie solle aber im laufenden Geschäftsjahr beendet werden.

Heftige Schwierigkeiten vor allem mit den Fernsehern

Sony kämpft schon seit Jahren mit massiven Problemen. Dem Kerngeschäft mit Unterhaltungselektronik, vor allem Fernsehern, machen ein massiver Preisverfall, eine schwächelnde Nachfrage und der starke Yen zu schaffen. So sank der Umsatz in dieser Sparte vor allem wegen rückläufiger Verkäufe von LCD-Flachbildfernsehern.

Sony zum 4. Mal in Folge mit Jahresverlust
P. Kujath, ARD Tokio
10.05.2012 14:11 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Auch Spielekonsolen wie die Playstation sind in Zeiten von Smartphone-Spielen nicht mehr so lukrativ wie einst. Dafür setzte der starke Yen dem Musiksektor zu: Hier gingen  Umsatz und Betriebsgewinn zurück, wozu auch höhere Umstrukturierungskosten beitrugen. Besser sah es im Filmgeschäft aus: Hier konnte Sony unter anderem dank gestiegener Einnahmen im US-Fernsehmarkt die negativen Folgen des starken Yen wettmachen und den Umsatz um 9,6 Prozent erhöhen.

Hilft Hirais harter Sanierungskurs?

Hirai
galerie

Der neue Sony-Chef Hirai ist seit Februar im Amt - er muss den Konzern wieder in die Erfolgsspur bringen.

Der neue Chef Kazuo Hirai will Sony einem harten Sanierungskurs unterziehen und in diesem Geschäftsjahr unter anderem weltweit 10.000 Stellen abbauen. Das seit acht Jahren defizitäre TV-Geschäft soll durch drastische Kostensenkungen gesundschrumpfen. Zugleich stünden aber auch Investitionen in neue Geschäftsfelder wie der Medizintechnik an. Auch das Kerngeschäft soll gestärkt werden: Digital Imaging, Spiele und Mobile sollen die drei wichtigsten Säulen des Elektronikgeschäfts werden. Zugleich stehen Kürzungen der Fixkosten im TV-Geschäft und der Betriebskosten an.

Erste Anzeichen einer Besserung gibt es bereits: So verringerte sich unter anderem der Nettoverlust im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Umsatz erhöhte sich zugleich um 1,2 Prozent auf 1,6 Billionen Yen. Andererseits werden nach Ansicht von Branchenbeobachtern Kostenkürzungen allein Sony nicht zu neuer Blüte führen.

Stand: 10.05.2012 12:24 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

6 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Schlagwörter der Meldung:
Darstellung: