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Wirtschaft
Societe General

Bankskandal in Frankreich: Vernichtete ein Mann zig Milliarden?

Skandal bei der Société Générale

Vernichtete ein einziger Mann zig Milliarden?

Societe General Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Société Générale verlor durch den Betrug Milliarden. ]
Nach dem Betrugsskandal bei der französischen Großbank Société Générale stellt sich die Staatsanwaltschaft auf langwierige Ermittlungen ein. "Zur Zeit kann man nicht sagen, was hinter dieser Affäre steckt", erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. Es handele sich um eine "sehr umfassende" Angelegenheit, die nur "nach und nach" durch Aussagen, Gutachten und Gegenüberstellungen zu verstehen sein werde.

Bank bleibt bei Einzeltäter-Theorie

Daniel Bouton (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Vorstandschef Daniel Bouton bleibt dabei, dass die Verluste durch einen einzelnen Angestellten verursacht wurden. ]
Die Bank bleibt indes bei ihrer Darstellung, dass der Betrug durch einen "isoliert agierenden Mitarbeiter" begangen worden sei. Das schrieb Bankchef Daniel Bouton in einem Brief an die Aktionäre. Der französische Börsenhändler hält sich nach Angaben seiner Anwältin in Paris auf. Ihr Mandant sei "nicht auf der Flucht", sagte Elisabeth Meyer im Fernsehen. Er habe selbst darauf hingewiesen, dass er der Justiz zur Verfügung stehe.

Gesamtschaden offenbar deutlich größer

Unterdessen verdichten sich die Hinweise, dass Kerviel mit seinen betrügerischen Scheingeschäften und Milliardenspekulationen zu den schweren Kursverlusten der Börsen weltweit beigetragen haben soll. Diese Ansicht äußerten Banker am Finanzhandelsplatz London, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Die Machenschaften hätten erheblich zur Verunsicherung der Märkte und zu den Turbulenzen und zur Vernichtung von Werten in Höhe von Zigmilliarden an der Londoner Börse sowie an anderen Handelsplätzen der Welt beigetragen.

Zweifellos hätten die Scheingeschäfte Kerviels "die Situation verschlimmert", sagte David Buik vom Investor Cantor Index. Anthony Scott vom Investor Charles Stanley erklärte: "Jeder Markt, der bereits nervös ist, aus welchen Gründen auch immer, reagiert empfindlich."

Verliert die Bank ihre Selbstständigkeit?

Der Händler soll auf dem Termingeschäfte-Markt rund 50 Milliarden Euro aufs Spiel gesetzt haben, was den gesamten Börsenwert der Bank weit überstieg. Die US-Banken JPMorgan und Morgan Stanley sind inzwischen bereit, bei der Société Générale einzusteigen. Wegen des gesunkenen Börsenwertes (unter 35 Milliarden Euro) ist die Bank aber auch anfälliger für eine Übernahme geworden, in Paris wird über eine Fusion mit der größten Privatbank BNP Parisbas spekuliert.

Sarkozy beschwichtigt

Der Milliarden-Betrug wird nach den Worten von Präsident Nicolas Sarkozy jedoch keine Auswirkungen auf das französische Finanzsystem haben. Der Fall "wird die Stabilität und Verlässlichkeit des französischen Finanzsystems nicht beeinflussen", sagte er.

Stand: 25.01.2008 12:05 Uhr
 

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