Auch mit den jüngsten Quartalszahlen hat Snap enttäuscht. | Bildquelle: REUTERS

Quartalsbericht Snap macht weiter Sorgen

Stand: 11.08.2017 07:13 Uhr

Beim Börsengang im März hatte Snap die Aktionäre noch verzückt, doch dieser Höhenflug war nur von kurzer Dauer. Ernüchterung hat sich breit gemacht: Auch die jüngsten Quartalszahlen blieben trotz Zuwächsen bei den Nutzerzahlen hinter den Erwartungen zurück.

Von Marcus Schuler, Silicon Valley

Die noch vor Monaten gehypte Foto-App Snapchat muss erneut einen Rückschlag hinnehmen. Der Dienst, der besonders bei jungen Menschen beliebt ist, enttäuschte zum zweiten Mal in Folge. Die Zukunft von Snapchat scheint ungewiss.

Als Börsenliebling gestartet ist Snap, so der Name der Betreiberfirma, mittlerweile in der harten Realität der Tech-Industrie angekommen. Vermutlich dürften sich die Gründer ärgern, dass sie vor vier Jahren das Übernahmeangebot  von Facebook-Chef Mark Zuckerberg in Höhe von drei Milliarden Dollar ausgeschlagen hatten.

Aktie stürzt trotz Umsatzsteigerung ab

Mittlerweile ist Facebook und dessen Foto-App Instagram der Grund dafür, weshalb Snapchat auf der Stelle tritt. Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um 14 Prozent ab.

Logo von Facebook | Bildquelle: dpa
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Das Problem von Snap mit Sitz in Los Angeles, ist aber viel größer: Es heißt Facebook.

Im zweiten Quartal konnte der Dienst sieben Millionen neue tägliche Nutzer hinzugewinnen. Den Analysten ist das aber zu wenig. Sie waren von einem Zuwachs von zehn Millionen ausgegangen. Unterm Strich nutzen am Tag nun 173 Millionen Menschen Snapchat. Im vorherigen Quartal waren es 166 Millionen. Das Problem von Snap mit Sitz in Los Angeles, ist aber viel größer: Es heißt Facebook.

Facebook hat von Snapchat kopiert

Das soziale Netzwerk hat seine Instagram-App in den vergangenen Monaten so "aufgepimpt", dass sie für viele Nutzer offenbar ähnlich attraktiv oder sogar attraktiver scheint. Instagram kommt derzeit auf geschätzte 250 Millionen tägliche Nutzer, andere Quellen besagen, diese Zahl liege bereits bei 400 Millionen.

Freundlich ausgedrückt könnte man sagen: Viele Funktionen ähneln der von Snapchat. Weniger freundlich ausgedrückt: Facebook hat kopiert. Weil das Soziale Netzwerk den Fotodienst Instagram mit seinem sozialen Netzwerk geschickt verzahnt, konnte es so viele Nutzer zu Instagram holen. Das macht es wiederum für das Unternehmen aus Los Angeles so schwer, mehr neue Nutzer hinzuzugewinnen.

Snapchat überlebensfähig?

Snapchat | Bildquelle: dpa
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Snapchat hat sich laut Brian Wiener über Nacht vom Liebling der Tech-Branche zum Sorgenkind entwickelt.

Brian Wiener von der Anzeigenagentur 360i malt ein düsteres Bild. Dem Wall Street Journal sagte er, Snapchat habe sich über Nacht vom Liebling der Tech-Branche zum Sorgenkind entwickelt. Nun müsse man die Frage stellen, ob Snapchat überlebensfähig sei.

Snapchats Muttergesellschaft Snap war Anfang März mit großem Rummel in New York an die Börse gegangen, zuletzt bekamen Anleger aber kalte Füße. Snap wird derzeit mit gut 16 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist die Firma zwar meilenweit abgeschlagen hinter dem großen Rivalen Facebook, wird aber fast fünf Milliarden Dollar höher bewertet als Twitter.

Facebook-Rivale Snap enttäuscht mit Zahlen
Marcus Schuler, Silicon Valley
11.08.2017 07:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. August 2017 um 09:41 Uhr.

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