Mehrere Smartphones auf Displays

2016 erstmals Trendwende Deutsche kaufen weniger Smartphones

Stand: 24.02.2017 14:36 Uhr

Seit zehn Jahren gibt es Smartphones und der Markt wuchs seitdem Jahr um Jahr kräftig - bis jetzt: 2016 wurden in Deutschland erstmals weniger Geräte verkauft als im Vorjahr. Trotz höherer Preise ging auch der Umsatz zurück.

Nach jahrelangem Wachstumskurs sind in Deutschland 2016 erstmals weniger Smartphones verkauft worden als im Vorjahr. Laut Zahlen des Branchenverbands gfu wurden im vergangenen Jahr mit rund 23,2 Millionen Geräten etwa zwei Millionen Smartphones weniger als 2015 verkauft.

"Der Markt ist gesättigt, sollte dieses Jahr aber stabil bleiben", sagte gfu- Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Kamp. Trotz leicht gestiegenem Durchschnittspreis ging auch der Smartphone-Umsatz um 2,7 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zurück. "Mit den gigantischen Stückzahlen bleiben Smartphones trotzdem das größte Segment, das wir haben", sagte Kamp.

Weiterer Umsatzrückgang bei PCs und Tablets

Auch in anderen Segmenten der Unterhaltungselektronik gab es Umsatzeinbußen: Notebooks, Desktop-Rechner und Tablets blieben wie in den Jahren zuvor auch 2016 die Sorgenkinder der Branche. Die PCs fuhren mit 6,9 Milliarden Euro Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von rund 8,6 Prozent ein.

Wearables und große Fernseher boomen

Messebesucher schauen ein ein 4k-Monitor, auf dem Tomaten abgebildet sind.
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Große, hochauflösende Fernseher werden trotz hoher Preise gut verkauft.

Hoffnungsträger sind dagegen teure großformatige TV-Geräte wie Ultra HD-Fernseher mit rund acht Millionen Bildpunkten. Mit ihnen wurde bei 124 Millionen Euro fast 80 Millionen Euro mehr Umsatz gemacht als 2015. Auch die sogenannten Wearables legten massiv zu: Mit knapp drei Millionen Geräten wurden fast eine Millionen mehr Smartwatches, Fitness-Tracker und ähnliches als noch 2015 verkauft. Das bescherte ein Umsatzplus von gut 83 Prozent auf 437 Millionen Euro.

Viel versprechen sich die Experten von vernetzten Audio-Home-Systemen, mit denen sich etwa im Haushalt verteilte Lautsprecher verbinden und zentral steuern lassen. Sie legten um 25 Prozent auf 388 Millionen Euro zu. Zudem ließen 1,2 Millionen verkaufte Digitalradios den Umsatz in diesem Segment um 27,5 Prozent auf 176 Millionen Euro wachsen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Februar 2017 um 16:00 Uhr und NDR Info um 14:45 Uhr in den Nachrichten.

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