Milliardär Slim greift nach E-Plus-Mutter KPN Wackelt nun die O2/E-Plus-Fusion?

Stand: 09.08.2013 12:58 Uhr

Carlos Slim (Bildquelle: AFP)
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Laut "Forbes" der reichste Mann der Welt: Carlos Slim

Die Übernahme des niederländischen Mobilfunkers KPN durch den Multimilliardär Carlos Slim dürfte Folgen für die geplante Großfusion der deutschen Mobilfunker O2 und E-Plus haben - und damit für 40 Millionen Handykunden hierzulande.

KPN ist nämlich die Mutter von E-Plus. Und der Mexikaner Slim ein ausgewiesener Rivale der spanischen O2-Mutter Telefonica. Das kommt daher, dass Telefonica in Lateinamerika seit vielen Jahren mit Slims Unternehmen America Movil um die Vorherrschaft kämpft. "Es gibt nun ein signifikantes Risiko, dass der Verkauf von E-Plus blockiert wird", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Mobilfunkexperten Will Draper von der portugiesischen Investmentbank Bank Espirito Santo.

Wie entscheiden die KPN-Aktionäre?

Es hieß schon seit längerem, dass Slim, der bislang knapp 30-Prozent der KPN-Anteile hält, mit dem O2/E-Plus-Deal unzufrieden ist und sich vom KPN-Management übergangen fühlt. Gut acht Milliarden Euro bietet O2 unterm Strich für E-Plus - aus Sicht Slims offenbar zu wenig. Die O2-Mutter Telefonica will aber an dem Geschäft festhalten - und zwar zu den vereinbarten Konditionen, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

Verkauf von E-Plus an O2 ungewiss - Carlos Slim will die Mehrheit an KPN
M. Braun, DLF
09.08.2013 19:56 Uhr

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Dass Slim seine Offerte für KPN ausgerechnet jetzt lanciert, dürfte kein Zufall sein: Die Niederländer wollen ihre Aktionäre in den kommenden Wochen über den E-Plus-Verkauf abstimmen lassen. Slim versucht nun offenbar, die übrigen Aktionäre auf seine Seite zu ziehen. Sein Angebot für KPN ist üppig, es liegt 35 Prozent über dem durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen Wochen.

Wo Slim investiert, will er auch das Sagen haben

Zusammen hätten O2 und E-Plus in Deutschland rund 40 Millionen Kunden. Die beiden Unternehmen, die für sich allein genommen deutlich hinter der Telekom und Vodafone rangieren, würden damit zum Marktführer aufsteigen. Das Bundeskartellamt untersucht den geplanten Zusammenschluss, weil er unter Umständen zu höheren Preisen führen könnte.

Slim war 2012 bei KPN eingestiegen. In Europa hält er zudem einen Anteil an Telekom Austria. Der Mexikaner, laut dem US-Magazin "Forbes" noch vor Bill Gates der reichste Mann der Welt, ist allerdings bekannt dafür, sich nicht mit der Rolle als Minderheitseigner zu begnügen. An den Tochterunternehmen auf dem amerikanischen Kontinent hält Slims America Movil meist 90 Prozent und mehr.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 9. August 2013 um 17:00 Uhr.

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