Facebook-Chef Marc Zuckerberg | Bildquelle: AFP

Tech-Firmen zu "Dreamer"-Stopp "Ein trauriger Tag"

Stand: 06.09.2017 11:03 Uhr

Mehrere Tech-Firmen aus dem Silicon Valley haben US-Präsident Trump scharf kritisiert. Die Entscheidung, das sogenannte "Dreamer"-Programm zum Schutz der Kinder illegal in die USA eingewanderter Menschen zu stoppen, sei grausam und ungerecht.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen kritisieren die Tech-Unternehmen des Silicon Valley eine Entscheidung der US-Regierung. Dies sei ein trauriger Tag für das Land, schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Post in dem sozialen Netzwerk. Es sei besonders grausam, den jungen Menschen erst den "American Dream" anzubieten, sie dazu zu ermutigen, aus dem Schatten zu treten und der Regierung zu vertrauen und sie dann dafür zu bestrafen, so Zuckerberg.

Auch Apple-Chef Tim Cook zeigte sich über die Entscheidung von Trump erschüttert. Betroffen seien 250 Apple-Angestellte, die vielleicht bald das einzige Land verlassen müssten, das sie jemals ihr Zuhause genannt hätten.

Unterschiedlichkeit und wirtschaftliche Chancen

Auch Microsoft kritisierte die Trump-Regierung. Satya Nadella, CEO des Software-Unternehmens, teilte via Twitter mit, die so genannten "Dreamer" machten die Gemeinden und das Land stärker. Sein Unternehmen stehe für Unterschiedlichkeit und wirtschaftliche Chancen für jeden. Ähnlich äußerten sich auch Google-Chef Sundar Pichai sowie zahlreiche andere Fürhungskräfte von Technologie-Unternehmen.

Sowohl Apple als auch Microsoft haben angekündigt, alle Gerichts- und Rechtsanwaltskosten für betroffene Mitarbeiter zu übernehmen. Auch der Generalstaatsanwalt von Kalifornien will gegen die Entscheidung aus Washington vorgehen.

Demonstration im Silicon Valley | Bildquelle: dpa
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Demonstration in Santa Ana bei Los Angeles gegen den Stopp des "Dreamer"-Programms.

Friedliche Demonstrationen

In Los Angeles, San Francisco und anderen Orten kam es zu friedlichen Demonstrationen. Hunderte Menschen gingen gegen die Entscheidung der Regierung auf die Straße. Sie hielten Plakate in die Höhe und schwenkten US-Flaggen.

Bereits Mitte August hatten viele Technologie-Unternehmen die laxe Haltung von US-Präsident Trump gegenüber Neo-Nazis und Rassisten offen kritisiert. Bislang hatten sich kalifornische Unternehmen bei politischen Fragen eher zurückgehalten.

US-Unternehmen üben scharfe Kritik an Trump
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
06.09.2017 08:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. September 2017 um 11:00 Uhr.

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