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Wirtschaft
Siemens will Schadensersatz in AUB-Affäre
Affäre um "Gegengewerkschaft" AUB

Siemens will Schadensersatz

Das Logo der Firma Siemens (Foto: picture-alliance / dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: 50 Millionen Euro für die Gegengewerkschaft? Siemens soll bereits seit 1990 an die AUB gezhalt haben. ]
Der Siemens-Konzern will einem Zeitungsbericht zufolge in der Affäre um die verdeckt unterstützte "Gegengewerkschaft" Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) auf Schadensersatz klagen. Der ehemalige Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer und der frühere AUB-Vorsitzende Wilhelm Schelsky sollten insgesamt bis zu 15 Millionen Euro zahlen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der heutige Siemens-Vorstand wolle den Aufsichtsrat bei dessen nächster Sitzung Ende des Monats über die geplante Klage unterrichten.

Schelsky und Feldmayer wird vorgeworfen, Unternehmensvermögen veruntreut zu haben. Feldmayer hatte der "SZ" zufolge für Siemens 2001 einen Beratervertrag mit Schelsky abgeschlossen. Die anschließend gezahlten Beraterhonorare seien nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth aber vor allem dazu benutzt worden, die unternehmerfreundliche AUB als Gegengewicht zur IG Metall aufzubauen.

Jahrelange heimliche Unterstützung

Logo der AUB Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Logo der AUB - Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger ]
Siemens hatte die AUB schon seit 1990 heimlich unterstützt. Insgesamt sollen nach internen Konzernunterlagen gut 50 Millionen Euro an Schelsky geflossen sein. Allerdings könnten davon nur noch maximal 15 Millionen Euro zurückgefordert werden, die in diesem Jahrzehnt gezahlt wurden. Alle anderen Fälle seien verjährt. Auf Schelsky dürften der Zeitung zufolge aber noch weitere Forderungen zukommen. Der frühere AUB-Chef soll demnach fast acht Millionen Euro an Steuern hinterzogen, bislang aber weniger als eine Million Euro nachgezahlt haben.

Schelksy hatte bereits öffentlich eingeräumt, von Siemens Millionensummen an Schmiergeld bekommen zu haben, um die AUB als eine dem Management gewogene Arbeitnehmervertretung aufzubauen. Auch gegen Feldmayer ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der Bestechungsaffäre um AUB. Ihm werfen die Ermittler Untreue vor. Er hatte Verträge unterzeichnet, aufgrund derer Millionenbeträge an Schelsky und seine arbeitgeberfreundliche Organisation geflossen waren.

Feldmayer war im Frühjahr 2007 für eine Woche in Untersuchungshaft, kam aber gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß. Ex-AUB-Chef Schelsky, dem Beihilfe zur Untreue und Steuerstraftaten zur Last gelegt werden, sitzt seit Februar 2007 im Gefängnis.

Stand: 17.04.2008 12:17 Uhr
 

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