Brasilien: Siemens zeigt sich offenbar selbst an

Konzern zeigt sich laut Zeitung in Brasilien selbst an

Unterirdische Mauschelei bei Siemens?

Siemens hat sich offenbar wegen Kartellbildung selbst angezeigt. Dabei geht es um den Bau von U-Bahnen in Brasilien. Der Konzern könnte so von einer Kronzeugenregelung profitieren, was bei einem anderen Bauprojekt wichtig sein könnte.

Von Julio Segador, ARD-Hörfunkstudio Südamerika

Nach Informationen der renommierten Zeitung "Folha de Sao Paulo" soll sich Siemens in Brasilien bei der Wettbewerbsbehörde CADE selbst angezeigt haben, um von einer Kronzeugenregelung zu profitieren und damit möglicherweise weitgehend straffrei aus der Affäre zu kommen. Es geht dabei um den Bau von U-Bahn-Linien in der Millionenmetropole Sao Paulo und um einen Wartungsvertrag für die U-Bahn in der Hauptstadt Brasilia.

U-Bahn-Station in Sao Paulo (Bildquelle: picture alliance / Yadid Levy/Ro)
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U-Bahn-Station in Sao Paulo. Laut dem Zeitungsbericht soll sich Siemens bei Ausschreibungen mit der Konkurrenz abgesprochen haben.

Interesse am Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke

Bei den Ausschreibungen soll Siemens zusammen mit den Firmen Alstom, Bombardier, CAF und Mitsui ein Kartell gebildet und Preisabsprachen getroffen haben. Diese Firmen sind auch interessiert, bei der Ausschreibung der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Sao Paulo, Campinas und Rio de Janeiro mitzuwirken.

Siemens offenbar an Zug-Kartell in Brasilien beteiligt
J. Segador, ARD Buenos Aires
15.07.2013 15:52 Uhr

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In den Medien wird spekuliert, dass Siemens durch die Selbstanzeige straffrei bleiben und die anderen Unternehmen von den Ausschreibungen ausgeschlossen werden könnten.

In einer Stellungnahme bestätigte Siemens, dass der Konzern Kenntnis habe von der Untersuchung im Zusammenhang mit den Kartellvorwürfen. Siemens kooperiere mit den brasilianischen Behörden in vollem Umfang, heißt es in der Mitteilung.

Dieser Beitrag lief am 15. Juli 2013 um 19:41 Uhr auf NDR Info.

Stand: 15.07.2013 15:53 Uhr

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