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[Bildunterschrift: Viele Seltene Erden finden Geologen in Mineralien wie Monazit. ]
Die Europäische Union baut eine eigene Reserve für die sogenannten Seltenen Erden auf, die unverzichtbar für die Produktion von Computerchips, Mobiltelefonen und anderen Technologieprodukten sind. "Wir versuchen, unsere Beschaffung zu verbessern und unsere Abhängigkeit von China zu reduzieren", sagte eine Sprecherin von EU-Industriekommissar Antonio Tajani. Dazu sollten Lager angelegt werden. Um die Versorgung mit den wichtigen Mineralien sicherzustellen, will die EU auch verstärkt Lieferungen aus Lateinamerika, Afrika und Russland nutzen.
Die Entscheidung ist eine Reaktion auf Exportbeschränkungen Chinas für die Seltenen Erden. Ungeachtet des Protests Deutschlands und anderer Industriestaaten senkte die Volksrepublik seit Jahresbeginn die Ausfuhr der wichtigen Rohstoffe und erhöhte die Zölle. Die Exportquote sank im ersten Halbjahr um 35 Prozent. Die Regierung in Peking begründete diesen Schritt offiziell mit dem Schutz der Umwelt. Die Welthandelsorganisation WTO stufte die Exportbeschränkungen im Juli allerdings als illegal ein. Die WTO wies die Rechtfertigung Chinas mit Verweis auf den Umweltschutz zurück, weil das Land seine Exporte beschränkte, ohne gleichzeitig auch die Nutzung der Stoffe im Inland zurückzufahren. Die chinesische Regierung legte mittlerweile Berufung gegen das WTO-Urteil ein.
Die Preise für Seltene Erden sind durch den Handelsstreit bereits explodiert. Ein Kilogramm Dysprosium, das beispielsweise in Mobiltelefonen und Hybrid-Fahrzeugen verwendet wird, kostet derzeit rund 2840 Dollar. Zu Jahresbeginn waren es noch 400 Dollar. Der Preis für Yttrium verdoppelte sich. Dieses chemische Element wird unter anderem für den Bau von Fernsehgeräten und Energiesparlampen benötigt.
Schon jetzt zeichnet sich eine weitere Verknappung der Seltenen Erden und damit ein weiterer Preisanstieg ab. Laut Chinesischen Staatsmedien soll in drei der wichtigsten Bergwerke die Förderung auf unbestimmte Zeit gestoppt werden. Die Nachfrage nach Seltenen Erden wird sich Experten zufolge in den kommenden fünf Jahren allerdings verdoppeln. China ist nicht in der Lage, auf die steigende Nachfrage schnell genug durch eine verstärkte Förderung zu reagieren.
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