Selbstfahrendes Auto von Hyundai | Bildquelle: AP

Automesse Shanghai Chauffieren lassen vom Autopiloten

Stand: 28.04.2017 10:52 Uhr

Ins Auto setzen und sich vom Autopiloten chauffieren lassen - das ist einer der Trends auf der Shanghaier Automesse. Deutsche Hersteller sind mit ihren Technologien ganz vorn dabei, sagen Experten.

Von Markus Pfalzgraf, ARD-Studio Shanghai

Das selbstfahrende Auto ist die Zukunft. Auf der Shanghaier Automesse ist zum Beispiel der Audi RS7 zu sehen, ein Sportwagen, der ohne Fahrer auskommt. Das ist allerdings erst ein Prototyp. Gefahren ist er bisher nur auf leeren Rennstrecken, etwa auf dem Hockenheimring oder in Kalifornien, aber da immerhin mit Tempo 240.

Im Hier und Jetzt auf der Automesse geht es erst einmal um Assistenzsysteme. Beim Zulieferer Bosch etwa ist das Skelett eines Autos zu sehen, das mit Kameras, Sensoren und anderer Bordtechnik ausgestattet ist. Mit solchen Systemen kann das Auto helfen, einzuparken, Staus zu umgehen, oder am Ende selbst zu fahren und mit anderen Autos zu kommunizieren. Den Herstellern geht es um Komfort, der chinesischen Regierung um Sicherheit, sagt der unabhängige Analyst Zhong Shi. Für die Regierung sei es wichtiger, die Unfälle und Verkehrstoten zu reduzieren. Alles andere sei Fahrvergnügen, so Zhong Shi. Das würde die Regierung überhaupt nicht interessieren.

Technologien in der Hand deutscher Firmen

Für den Autoforscher ist klar: In verschiedenen Ländern wird es unterschiedliche Standards geben. Das bedeutet, wollen etwa deutsche Hersteller auf den chinesischen Markt, müssten sie sich, wie so oft, den geltenden Normen anpassen. Trotzdem hätten sie große Chancen, sagt der Analyst: "Die Technologien sind im Grunde in der Hand weniger deutscher Firmen wie Continental und Bosch. Sie können die Technologien chinesischen Firmen oder etwa deutsch-chinesischen Konzernen anbieten. Sie kennen den chinesischen Markt schon sehr gut, und stellen sich für die Zukunft auf."

"In zwei bis drei Jahren könnte es so weit sein"

Am Ende werden ohnehin alle Hersteller so etwas anbieten, wenn Unterstützungs-Systeme mit Radar, Video und Ultraschall irgendwann Standard geworden sind. Der Experte erwartet, dass sich das zuerst in der Luxus-Sparte durchsetzen wird, auch weil die Technologien anfangs noch teuer sind. Und wann fahren tatsächlich die ersten Autos selber auf Chinas Straßen? Autoexperte Zhong Shi sagt: "In zwei bis drei Jahren könnte es so weit sein."

Das selbstfahrende Auto: Eine Chance für Deutschland und China
M. Pfalzgraf, ARD Shanghai
28.04.2017 09:42 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Mittagsmagzin am 19. April 2017 um 13:30 Uhr.

Darstellung: