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Banken fürchten hohe Vermögensabflüsse
Geheime Milliardenflucht aus der Schweiz
Die Schweizer Banken fürchten um das Geld ihrer reichen Kunden aus Westeuropa. Wegen des internationalen Drucks auf Steuerflüchtlinge und der geplanten Abgeltungssteuer "gehen wir davon aus, dass insgesamt Hunderte Milliarden Franken aus der Schweiz abfließen werden", sagte Jürg Zeltner, Chef der Vermögensverwaltung bei der größten Schweizer Bank UBS. Für sein eigenes Haus rechne er damit, dass die Kunden bis zu 30 Milliarden Franken an Vermögen abziehen werden, sagte er dem Magazin "Schweizer Bank".
Im Mai hatte Zeltner erklärt, dass europäische Kunden bereits etwa zehn Milliarden Franken von ihren UBS-Konten abgezogen hätten. Mitte 2012 verwaltete die UBS noch 783 Milliarden Franken (654 Milliarden Euro) für reiche Kunden.
32 Milliarden Franken weg
Noch stärker trifft die Entwicklung die Großbank Credit Suisse. Binnen drei Jahren zogen westeuropäische Kunden bereits 32 Milliarden Franken ihres Vermögens von ihren Konten bei der Bank ab. In den kommenden Jahren rechnet die zweitgrößte Bank des Landes laut ihrem Finanzchef David Mathers mit Abflüssen von weiteren 25 bis 35 Milliarden Franken.
Einer Studie der Unternehmensberater von ZEB zufolge verwalten Schweizer Banken rund 2,8 Billionen Franken von ausländischen Kunden. Knapp 800 Milliarden Franken dürften demnach auf nicht versteuerte Gelder aus Westeuropa entfallen. Laut ZEB-Schätzungen könnten die Kunden in den kommenden vier Jahren bis zu 200 Milliarden Franken davon außer Landes schaffen. Auch die Unternehmensberater von Boston Consulting rechnen damit, dass westeuropäische Kunden in den kommenden Jahren mehr als ein Viertel ihres Geldes von Schweizer Konten abheben und in andere Länder transferieren werden.
Druck auf die Schweiz wächst
Mit Hilfe des Bankgeheimnisses hat sich die Schweiz zum weltweit wichtigsten Hort von ausländischem Geld entwickelt. Doch seit einigen Jahren üben vor allem die USA und Deutschland starken Druck auf das Land aus. Die drängen die Schweiz, reichen Steuerflüchtlingen bei Nachforschungen der Finanzämter keinen Schutz mehr zu gewähren. In Deutschland streiten Regierung und Opposition über die Ratifizierung des mit der Schweiz ausgehandelten Steuerabkommens sowie über den weiteren Kauf von gestohlenen Daten Schweizer Banken zu mutmaßlichen Steuerbetrügern unter ihren Kunden.
Stand: 17.09.2012 12:10 Uhr
